Wolfgang Masin alias „El Mago“ bietet luftig-leichtes Musikkabarett in Altena

Von Alm zu Alm mit gestimmter Gitarre und Esel

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Wolfgang Masin alias „El Mago“.

Altena - Wolfgang Masin könnte mit seinem witzigen Programm „Operation Eselsohr“ eine Welle lostreten: Esels-Expeditionen von Alm zu Alm in der Steiermark könnten ähnlich einschlagen, wie Pilgern auf dem Jakobsweg, als Hape Kerkeling seine Erfahrungen publik machte. Es braucht nur einen guten Multiplikator - und das ist „El Mago“, wie sich der Spaßvogel aus Nürnberg nennt, wenn er als Künstler unterwegs ist.

Auf dem Jakobsweg findet man Spiritualität, auf der Eselswanderung in Österreich die Störrischkeit des behuften Begleiters. In Wolfgang Masins Fall war es das Weibchen Florentina, das für heitere Momente und schmerzende Fußsohlen sorgte. Letzteres war auch der Tatsache geschuldet, dass ihr menschlicher Begleiter lediglich ein Paar Turnschuhe und ein paar Flip Flops für die zehntägige Wanderung mit dem Anbieter Eselwandern.at eingepackt hatte.

 „El Mago“ hatte ein Videotagebuch während der Tour geführt. Mal ging’s gar nicht voran, mal viel zu schnell, denn der Esel bestimmt das Tempo auf solchen Reisen. Aufgehalten von ausgerissenen Kühen und falschen Weggabelungen fand das außergewöhnliche Duo aber doch zu den angepeilten Almhütten, wo der Künstler abends gern die Gitarre auspackte und mit den Hüttenwirten und Gästen musizierte. Das machte er am Samstagabend auch vor einem erlesenen Publikum in der Burg Holtzbrinck, denn die Konkurrenzveranstaltungen in der Innenstadt hatten hart auf die Zuschauerresonanz gedrückt.

Wolfgang Masin nahm’s mit Humor und schob es auf die Tatsache, dass nur 20 goldene Tickets für den Abend im Umlauf waren und freute sich, dass alle gefunden worden waren. Der Künstler konnte sein Publikum schnell packen und an den richtigen Stellen zum Mitmachen animieren. Die Besucher stimmten ein in einen Zivilcourage-Chor und waren auf Zack beim innerdeutschen Hauptstädte-Raten. Viele schön gereimte Texte ergänzten das luftig-leichte Gitarrenspiel des Künstlers, der ein rundum gelungenes Musik-Kabarett-Programm nach Altena gebracht hatte. An der Eselstour entlang hangelte sich „El Mago“ zu weltlichen Themen wie Tupperware-Partys, Kindersegen und Chiasamen.

Den Körnerfraß, das gab der Spaßmacher zu, hätte er lieber mal sein gelassen. Seither wird er nicht mehr krank und muss jeden Tag zum Schuften ins Büro, während andere Kollegen mit dem Fieberthermometer das Bett hüten. Da war die Studienzeit bedeutend lustiger mit Pizza und Bier, die das Bafög-Amt willig bezahlte - bis der Rückzahlungsbescheid über 19000 Euro kam. „Da habe ich mich mit einem Einspruchschreiben gut aus der Affäre gezogen“, erklärte Masin. „Ich hab das Studienziel ja nie erreicht. Ist aber Voraussetzung, um Bafög überhaupt erhalten zu dürfen, hihi!“

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