Ina Wohlgemuth und Volker Spitz sind Neubürger mit Abenteuergeist und eigener Villa

Neustart in Altena mit Burgblick, Hochbett und Weinranken

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Ina Wohlgemuth und Volker Spitz vor ihrer roten Villa: Mitgekauft haben die Neu-Altenaer die Weinranken an den geschmiedeten Treppenaufgängen und eine traumhafte Aussicht auf Burg und Lenne.

Altena - Bei Ina Wohlgemuth und Volker Spitz wird kein Pott Gulaschsuppe zur Einweihungsparty gereicht. Die beiden Neu-Altenaer geben zum Einstand für Freunde und Bekannte ein Salonkonzert. Die Bühne ist bereits gebaut im Wohnzimmer. Sie wird stehen bleiben, denn das Ehepaar hat Platz. Viel Platz, weil es sich zum Neustart in Altena die rote Villa zwischen Gerichts- und Hardenbergstraße zugelegt hat.

Die Geschichte von Ina Wohlgemuth und Volker Spitz klingt nahezu filmreif. Dabei fing eigentlich alles ganz profan an: Die Mutter/Schwiegermutter kündigte ihren baldigen Auszug aus dem Mehrgenerationenhaus in Herdecke an und auch die Tochter wollte sich eine eigene Wohnung zulegen. Die nächste große Veränderung: Volker Spitz verlor seinen Arbeitsplatz. „Wir mussten uns kleiner setzen, gaben bei Immoscout einen Radius und ein Kostenmaximum ein und scrollten uns durch die Angebote.“ Das Angebot mit der Villa nahm das Paar zunächst eher belustigt wahr: „Wir dachten an einen Scherz oder diese übertriebenen Musterfotos, die zur Bewerbung von Schrottimmobilien herhalten müssen. Aber dann haben wir uns ein Herz gefasst und den Makler mal angerufen. Und wir wussten nach der ersten Begehung, dass wir uns hier einen Lebenstraum erfüllen könnten.“ Die Villa ist mittlerweile bezogen, liebevollst renoviert und eingerichtet. Besondere Farbakzente heben die alten hohen Stuckdecken hervor. Vintage-Möbel, witzige Kunstwerke und innenarchitektonische Besonderheiten werden dafür sorgen, dass Besucher so schnell nicht wieder gehen wollen. Damit Gäste sich wohlfühlen, steht ihnen ein Salon zur Verfügung inklusive Bühne, denn Ina Wohlgemuth und Volker Spitz haben mit ihren diversen Bands einiges vor in der Villa - unter anderem das Salonkonzert zur Einweihung am 31. August. Auch alle Kinder der Familie sind musikalisch unterwegs, Volker Spitz darüber hinaus noch als Comedian: Überall, vom Keller bis zum Dachboden, stehen Instrumente und Zubehör. „Den Proberaum für die Schlagzeuge haben wir mit Rücksicht auf die Nachbarn aber in den Keller verlegt“, berichtet das Ehepaar lachend. In der Villa wollen sie auch arbeiten.

„Unser Bullauge“ nennt die Familie scherzhaft das Guckloch mit Blick auf Arbeitgeberverbandsvilla und Neuapostolische Kirche.

Miteingezogen ist das Beratungsunternehmen „Consteps“ von Ina Wohlgemuth. Sie bietet unter anderem Seminare, Coachings und Vorträge an. „Aktuell arbeite ich viel für Kommunen“, berichtet sie. „Darüber war ich in der Einzugsphase besonders froh, denn hier war ja noch alles Baustelle, da konnte ich keine Leute empfangen.“ Zwischenzeitlich ist das Duo Wohlgemuth/Spitzer herzlich empfangen worden: Beim Bürgermeister, dessen liberale Flüchtlingspolitik auch ein Grund war, nach Altena zu ziehen. Beim Kulturring-Chef Wolfgang Noack, mit dem das Paar künftig gerne zusammenarbeiten möchte. Bei diversen Firmen in der Rahmede, wo sie händisch anklopften, um einen Arbeitsplatz für einen Flüchtling zu finden. „In Herdecke waren wir auch schon Kümmerer, ohne dass wir es gewusst hätten. Dort gab es nämlich kein so gutes Netzwerk für Unterstützer wie hier in Altena.“ 17 Jahre in Herdecke liegen hinter dem Paar, vorher war es in Duisburg ansässig. „Jetzt, wo wir Sauerländer sind, ist uns erst klar geworden, wie sehr wir immer an dieser Region gehangen haben.“ Die Familie denkt zurück an Wander- und Museumsausflüge. Ein immer wieder auftauchendes Ziel war Burg Altena. Nun ist sie täglich nach dem Aufstehen präsent in dem unverbaubaren Stadt-Panorama. Wobei Ina Wohlgemuth und Volker Spitz nicht aufstehen, sondern absteigen, wenn sie das Bett verlassen. Das Paar hat sich ein Hochbett einbauen lassen und schläft unter der hohen Decke, die ihnen die Villa bietet. „Wir stammen noch voll aus der Generation Hochbett. Jetzt schlafen wir endlich in einem!“ berichten beide lachend.

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