Wohin mit den Blättern? 

Laubentsorgung: Für Gehwege sind Hauseigentümer verantwortlich

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Altena - Das Herbstlaub, das auf den Straßen und Gehwegen landet, bereitet nicht nur den Mitarbeitern des Baubetriebshofs Arbeit. Die Beseitigung des Laubs ist auch Aufgabe der jeweiligen Haus- und Grundbesitzer. Darauf weist Volker Richter, Chef des Baubetriebshofes, noch einmal ausdrücklich hin.

Doch die Erfahrung zeigt: „Die alte Oma hat gelernt, ihren Gehweg zu fegen und vom Laub zu befreien. Junge Leute denken offenbar immer mehr ,ach, das erledigt doch der Wind für dich’ – oder der Bauhof“, klagt er. Die Straßen der Burgstadt werden vom Team des Baubetriebshofes mit Kehrmaschinen gereinigt. Nach der Verrentung des allseits geschätzten Mitarbeiters „Manni“, den alle in der Stadt kannten und der Tag für Tag mit seiner Handkarre durch die Stadt zog und sie sauber hielt, schaffte die Stadt eine kleine Kehrmaschine an. Daneben, so erläutert Richter, „haben wir aber auch noch eine mittelgroße Kehrmaschine in Betrieb.“

Mit dem  Rechen geht es auch - Finger weg vom Laubsauger.

Die sieht zwar optisch kleiner aus als das Vorgängermodell. Aber das Fassungsvolumen sei fast gleich. Im alten Fahrzeug waren bestimmte Aggregate von außen nicht sichtbar verbaut. Man müsse deswegen also nicht öfter das Fahrzeug entleeren. Trotzdem: Es sind und bleiben Tonnen an Laub, die im Herbst bis zum Einbruch des Winters mit Eis und Schnee auf Straßen, Gehwege aber auch Parkanlagen fallen. „Letztere haben unsere Gärtner im Blick. Da kann man mit Maschinen nicht viel machen.“ Und auch Laubsauger sind nicht so das Ding von Volker Richter und seinem Team. „Wir nehmen den Kleintierschutz schon ernst“, sagt er und erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass „wir auch beim Böschungsmähen keinen Saugmäher einsetzen.“

Natürlich gibt es einen festen Turnus, in dem die „Blätteräumer“ tätig sind. Erst die Hauptverkehrsstraßen und die anliegenden Gehwege, die sich in Stadteigentum befinden, dann die Nebenstraßen. „Treppenanlagen und Parkhäuser haben wir besonders im Blick. Auch da werden wir tätig.“ Das sei irgendwie mittlerweile auch eine Art Erfahrungssache, meint Richter. Weil der Bauhof interkommmunal arbeitet, gehört auch Nachrodt-Wiblingwerde zum Einsatzgebiet. Dort werde man aber nur auf Abruf tätig, weil es keine entsprechende Ortssatzung gebe.

Richter wiederholt noch einmal: Für den Gehweg vor seinem Haus und Grundstück ist immer der Haus- beziehungsweise Grundeigentümer selbst zuständig. Wie bei Schneefall und Eisglätte muss jeder selbst abschätzen, ob die Beseitigung notwendig sei. Wichtig dabei: „Der Gehweg muss soweit sauber sein, dass man darüber gehen kann.“ Dabei ist es egal, ob das Laub von Bäumen auf dem eigenen Grundstück stammt oder nicht. „Laub ist Allgemeingut. Wo es hinfällt, hat derjenige dann das Vergnügen, es entfernen zu dürfen.“ Und noch einmal kommt Richter auf den ehemaligen Mitarbeiter Manni zu sprechen. Der kam bekannterweise mit seinem „Saugrohr“ überall hin. „Das geht zwar alles ganz gut mit dem kleinen Kehrgerät. Aber, wir sind wirklich auf die Mithilfe der Bürger angewiesen.“

Die kleine Kehrmaschine der Stadt wird auch zum Laubbeseitigen eingesetzt.

Laubsauger sollten auch im eigenen Garten tabu sein. Naturschützer weisen darauf hin, dass Gartenbesitzer die Blätter genauso gut liegen lassen könnten, da es für das Überwintern vieler Tiere wichtig ist. Im Pflanzbereich sollte man das Laub sogar immer liegen lassen, beispielsweise für Insekten und Igel. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erklärt, warum das wichtig sei: „Mithilfe von Laub, Ästen und Zweigen können Gartenbesitzer ihre Gärten im wahrsten Sinne des Wortes beleben. Zusammengekehrte Laubhaufen sind für viele Tiere eine notwendige Überwinterungshilfe.

Igel brauchen Hilfe

Zum Beispiel für Igel und die Larven vieler Schmetterlinge.“ Igel, die jetzt mit der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf beginnen, würden, wie weiteres Kleingetier, die Laub- und Reisighaufen gerne als Schutz vor der kalten Jahreszeit nutzen.

Igel lieben Laubhaufen.

Der Nabu klärt auf:

Nochmal der Nabu: „Am eindrucksvollsten präsentiert sich so ein Reisighaufen dann im Frühjahr: Zaunkönig und Rotkehlchen, Erdkröte, Spitzmaus und ein Millionenheer an Insekten und Spinnen machen den Haufen zu einem richtigen ,Tierhotel’.“ Und wie wird Altenas kommunales Laub entsorgt? Egal, ob der große oder der kleine Kehrwagen eingesetzt werden: Der Bauhof lagert alles zunächst in Höhe der Sportanlage Pragpaul. „Wenn das Laub auf diesem Platz dann ein wenig zusammen gefallen ist, entsorgen wir es entsprechend“, so Richter abschließend.

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