Namen aus dem Kalender

Kuriose Begegnung: Wenn Sonntag auf Montag trifft...

Michael Sonntag, Mitarbeiter des Ordnungsamts, und Dennis Montag, CDU-Ratsherr und Rettungsassistent, aus Altena.jpg
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Michael Sonntag, Mitarbeiter des Ordnungsamts, und Dennis Montag, CDU-Ratsherr und Rettungsassistent, aus Altena.jpg

Tausende Frauen, Männer und Kinder tragen einen Familiennamen, der im Kalender steht. Kuriose Situationen gibt es, wenn Herr Sonntag auf Herrn Montag trifft – und das gar nicht glauben will.

Altena – Es war Zufall, als Herr Sonntag zum ersten Mal auf Herrn Montag traf. Der Umstand, als sich die Männer persönlich kennenlernten, war alles andere als glücklich. Michael Sonntag (53), Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt, wurde zu einem Unfall gerufen. Vor Ort musste er gemeinsam mit der Polizei den Verkehr regeln.

Dennis Montag (41) wurde als Rettungssanitäter aktiv. Eine der Unfall-Beteiligten, eine junge Frau aus Lüdenscheid, ,musste vor Ort versorgt werden. Sie hieß: Frau Freitag. „Da haben wir dann alle vor Ort, als sich die Situation entspannt hatte, gemeinsam herzhaft gelacht“, erinnert sich Michael Sonntag.

Montag ruft Sonntag an - der legt auf

Vor diesem gemeinsamen Einsatz auf der Straße in Altenas hatte es zwischen Sonntag und Montag schon einen Kontakt gegeben. „Der schlug aber fehl“, sagt Dennis Montag und kann darüber lachen. Der Kreismitarbeiter erinnert sich: „Ich habe, kurz nachdem ich neu meinen Dienst im Rettungsdienst der Wache an der Bachstraße angetreten habe, beim Ordnungsamt angerufen. Michael Sonntag meldete sich am Telefon.“

Auch Dennis Montag meldete sich mit seinem Familiennamen. „Er hat er sich wohl veräppelt gefühlt und aufgelegt. Funkstille. Erst nach einem weiteren Anlauf haben wir uns dann ausgetauscht.“

Beide Männer brachte dieses kleine Missverständnis aber nicht gegeneinander auf. „Man erlebt einfach so viel“, sagt Sonntag und hat diese Episode auch noch „gut in Erinnerung. Mit dem Dennis Montag habe ich in der Folge immer gern zusammengearbeitet. Das hat super gepasst“.

Freitag - der schönste Tag der Woche

Viel erlebt hat auch Benjamin Freitag (41) mit seinem Familiennamen. Er ist Vorsitzender des Altenaer Kaninchenzuchtvereins W9. „In der Schule hatte ich die wenigsten Probleme“, erinnert er sich. „Da hat kaum einer Anstoß genommen.“ Erst später, als Heranwachsender, hätten viele immer mal wieder Daniel Defoes Werk „Robinson Crusoe“ zitiert und ihn mit dem Eingeborenen „Freitag“ geärgert.

Benjamin Freitag, Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins W9 aus Altena.

Doch sein Name erinnert auch an etwas besonders Schönes. „Viele verbinden mit Freitag den schönsten Tag der Woche. Er hat für sie Charme, schließlich naht das Wochenende“, sagt der Sozialversicherungs-Fachangestellte und grinst. Er ist mit seinem Nachnamen „voll und ganz im Reinen“.

Zumal er festgestellt hat, „dass sich die Menschen den Herrn Freitag gut merken können“. Erst kürzlich habe er mit einem Mann telefoniert, zu dem er 20 Jahre keinen Kontakt mehr hatte. „Als ich den Namen Freitag genannt habe, wusste er sofort, wer ich bin.“

Missverständnisse bei der Baguette-Bestellung

Probleme im Alltag kennt er aber doch. Etwa, wenn er beim Friseur einen Termin bucht oder einen Tisch in einem Restaurant bestellt. „Da muss ich schon aufpassen, dass nicht für den Wochentag etwas gebucht wird. Ich sage dann mehrfach: ,Ich meine nicht Freitag, ich heiße Freitag‘.“ Pannen gab es trotzdem schon.

Dennis Montag kennt diese Probleme ebenso wie Michael Sonntag. „Wenn wir fürs Grillen Baguette beim Bäcker bestellen, haben wir schon oft gehört:, ,Ne, tut uns leid. Sonntag haben wir nicht geöffnet‘“. Dennis Montag regelt gerne Dinge per E-Mail, „um sicher zu gehen, auch richtig verstanden worden zu sein“.

Michael Sonntag erinnert sich an eine Episode aus der Schulzeit. Der Lehrer habe immer gesagt: „Sonntag, wer so heißt, hat jeden Tag Feiertag.“ Etwa 14 000 Namensvettern, so hat er gegoogelt, gebe es aktuell in Deutschland. Ehefrau Kerstin, übrigens auch Ordnungsamtsmitarbeiterin, hatte kein Problem damit, nach der Heirat ihren Geburtsnamen Schleicher zu wechseln.

Und Benjamin Freitag betont: „Nur der Klarheit wegen: Ich bin weder verwandt noch verschwägert mit Dagmar Freitag, der hiesigen SPD-Bundestagsabgeordneten.“

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