Wechsel in der Küche von St. Vinzenz

Wirsing schmeckt jetzt anders

ALTENA -  Er hat das Krankenhaus mit Sicherheit genauso geprägt wie die Ärzte: 14 Jahre lang wirkte Detlef Jarusch in der Küche des Hauses, stets bemüht, mit gutem Essen Leib und Seele nicht nur der Patienten, sondern auch der Bewohner des St. Vinzenz-Pflegeheimes zusammen zu halten. Dass ihm das gelungen sei, attestierte ihm gestern Geschäftsführer Hans-Christian Vatteroth. „So oft und so gerne wie hier habe ich in noch keinem Krankenhaus gegessen. Es war immer gut“, sagte er.

Dirk Wiese, der Verwaltungsleiter, lobte, dass in Jaruschs Reich nie schlechte Stimmung geherrscht habe. Die Lebenslust, die der Koch ausstrahle, wirke offenbar ansteckend und übertrage sich auf das Team, sagte er. „Wir deckeln halt alles“, konterte der Küchenmeister grinsend. Die Tatsache, dass der Gelsenkirchener Arbeitstag für Arbeitstag um drei Uhr morgens das Haus verließ, um sich um das Frühstück der Patienten zu kümmern, wertete Wiese als Beweis dafür, dass Jarusch wohl Spaß an seiner Arbeit gehabt habe. Der dementierte nicht, ließ anschließend aber wissen, was er im Ruhestand nicht tun wird: „Gekocht habe ich jetzt lange genug“. Stattdessen stünden jetzt Hobbies wie die Fliegenfischerei oder die Heimwerkerei im Fokus – und natürlich der Enkel.

Dass Jarusch sein Handwerk versteht, wissen nicht nur die Patienten des Krankenhauses: Die Cafeteria wird auch von Externen gut angenommen, das Catering aus der St. Vinzenz-Küche genießt einen guten Ruf und die Tatsache, dass Jarusch regelmäßig auf dem Bundespresseball kochte, war natürlich ein besonderes Aushängeschild.

Schon im Sommer hatte die neue Geschäftsführung klar gemacht, dass das Ausscheiden des Küchenchefs nichts an der „Versorgungsphilosophie“ ändern werde – häufig verzichten Häuser dieser Größenordnung auf eine eigene Küche, lassen sich das Essen von außerhalb liefern. In Altena wird weiterhin selber gekocht – und zwar ab sofort unter der Regie von Carsten Gierse. Der Wechsel in eine „schöne, kleine Großküche“ habe ihn gereizt, berichtete der Iserlohner gestern. Gelernt hat er auf Schloss Hohenlimburg, dann war er 20 Jahre lang in der Küche einer Behinderteneinrichtung tätig. Seit Anfang November ist er jetzt in Altena. Verwaltungsleiter Dirk Wiese: „Für seinen Wirsing ist er schon sehr gelobt worden“ - ben.-

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