Experimente der besonderen Art

 „Wire on Fire“: Heiße Show am Drahtmuseum begeistert

„Wire on Fire“ am Drahtmuseum: Experimente und Feuershow begeistern das Publikum
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„Wire on Fire“: Spektakuläre Show am Drahtmuseum in Altena.

Witzig, laut, lehrreich: Die Besucher saßen mittendrin im Physik-Unterricht der besonderen Art. Und sie wurden Teil einer besonderen Experimente-Show, bei der es heiß her ging.

Altena – Eric Siemes hat am Samstag (7. August) den Start gemacht für die Veranstaltungsreihe „Wire on Fire“ am Drahtmuseum. Schon 2020 war die dreifach ausgebuchte Reihe am Drahtmuseum ein voller Erfolg. Auch in diesem Jahr war der Abend sehr schnell ausgebucht. Doch so wörtlich wie der Naturwissenschaftler hat es noch keiner genommen mit dem brennenden Draht.

Schon beim Gang Richtung Publikum knallte es ordentlich: Mit einem Bunsenbrenner brachte der Chemiker mehrere Ballons zum Platzen, die mit Wasserstoff und Metallsalzen gefüllt waren. Das war nicht nur laut, sondern auch richtig bunt.

Torte schwebt, Draht singt

Der Chemiker, der am Institut für Physikalische Chemie an der Technischen Hochschule in Aachen arbeitet und an seiner Doktorarbeit schreibt, bezog sein Publikum immer wieder mit ein. Für richtige – und manchmal auch für falsche – Antworten gab es Gummibärchen. Die Experimente waren vielfältig: Er ließ eine Torte schweben und brachte Draht zum Singen oder Glühen.

Den altersmäßig bunt gemischten Besuchern verriet Siemes, dass er seine Getränkedosen am liebsten in Holland kauft. Denn da gibt’s bekanntlich kein Dosenpfand. Doch die Dose einfach wegzuwerfen, das wäre zu einfach. Sie per Hand durchzureißen ist nicht möglich, wie er mit einem Gast ausprobierte. Seine Lösung: 7000 Volt Spannung, die über einen kleinen Draht, der um die Dose gewickelt war, auf einmal entladen werden. „Warum? Weil es Krach macht“, sagte Siemes. Und es machte kurz viel Krach: In Sekundenbruchteilen riss die Dose in zwei Teile.

Glas zersingen? Lautsprecher trifft Ton nicht

Ein Glas zersingen? „Das geht.“ Die Zuschauer fanden schnell die richtige Lösung: Es muss die Eigenfrequenz des Glases getroffen werden, damit es schwingt und letztlich zerspringt. Am Samstag traf der Lautsprecher dann doch nicht den richtigen Ton. Das Glas blieb verschont. Apropos Schwingungen: „Deswegen dürfen Soldaten in Deutschland nicht über Brücken marschieren.“ Das höre sich banal an. Durch den Gleichschritt könnten allerdings Schwingungen erzeugt werden, die Brücken zum Einsturz bringen könnten.

Hier gibt‘ s die Bilder vom „Wire on Fire“-Abend

Heiß und laut: Beeindrucke Show am Drahtmuseum

„Wire on Fire“ am Drahtmuseum: Experimente und Feuershow begeistern das Publikum
„Wire on Fire“ am Drahtmuseum: Experimente und Feuershow begeistern das Publikum
„Wire on Fire“ am Drahtmuseum: Experimente und Feuershow begeistern das Publikum
„Wire on Fire“ am Drahtmuseum: Experimente und Feuershow begeistern das Publikum
Heiß und laut: Beeindrucke Show am Drahtmuseum

Mitgebracht hatte der Naturwissenschaftler auch sogenannten Gedächtnisdraht, der aus Titan und Nickel besteht. Einmal geformt, biegt er sich immer in seine Ursprungsform zurück, wie Siemes mit heißem Wasser zeigte. Sehenswert waren auch die Tesla-Spulen, die mit „zig Tausend Volt Spannung“ Blitze erzeugen.

Schwertkampf gegen Blitze

Mit einem Schwert kämpfte Siemes mit den Blitzen, der durch einen Blitzableiter geschützt war. Auch wenn es selbstverständlich gewesen sein dürfte, appellierte er: „Die Hochspannungsexperimente nicht Zuhause nachmachen.“ Wenig später ließ er zwei weitere Spulen, die am Drahtmuseum aufgebaut waren, Musik machen. Blitze blitzten, dazu ertönte Beethovens „Für Elise“, dann „Popcorn“ von Hot Butter oder auch „What Is Love“ von Haddaway.

„Firelovers“ liefern feuriges Finale

Heiß ging es weiter – mit den „Firelovers“ von Clowns & Company. Die Lüdenscheider begeisterten schon letztes Jahr bei den drei Shows und enttäuschten auch dieses mal nicht. Sie spuckten Feuer, jonglierten mit brennenden Fackeln, machten einen Vorhang aus Funken auf dem Vordach des Drahtmuseums und erzeugten so große Flammen, dass die Zuschauer die Wärme zu spüren bekamen. Dafür nutzten die Künstler die ganze Bühne und auch die Treppe dahinter. Ein sehenswertes Bild, für das die Zuschauer reichlich applaudierten und eine Zugabe forderten.

Landrat Marco Voge (CDU) hatte die dreiteilige Veranstaltungsreihe eröffnet. Er äußerte die Hoffnung, dass jetzt veranstaltungstechnisch wieder mehr geht. „Das hat, glaube ich, allen gefehlt“, sagte er mit Blick auf Corona. Weiter geht‘s am Freitag, 13. August, mit dem Lüdenscheider Singer-Songwriter-Duo „HonigMut“, am Samstag, 14. August, ist Dirigent Thomas Grote mit Mitgliedern des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO) zu Gast. Es gibt es noch wenige Restkarten für beide Abende, die um 20 Uhr beginnen und mit Auftritten der „Firelovers“ enden.

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