Es wird ziemlich eng: Altena braucht mehr Kindergärten-Plätze

+
Mehr Plätze sind  in den Kindergärten Altenas nötig.

Altena – Es wird eng in Altenas Kindergärten: Am größten ist der Bedarf in der Innenstadt. Trotz geplanter Erweiterungen gibt es eine schlechte Nachricht für Eltern.

Mehr Plätze werden in absehbarer Zeit gebraucht. Das ergibt sich aus den Bedarfsberechnungen. Dass Zahlen sich erheblich von denen vorhergegangener Berechnungen unterscheiden, sei völlig normal, erklärte Agnes Goniwiecha auf Nachfrage des Ratsmitglieds Ulrich Biroth (Soziale demokratische Alternative) im Jugendhilfeausschuss. Die für Jugend und Soziales zuständige Abteilungsleiterin erklärt das mit Zu- und Fortzügen von Familien. 

Die aktuelle Berechnung geht von 855 Kindern im Alter von 0 bis sechs Jahren aus. Das sind 25 mehr als bei der Berechnung im Frühjahr 2019. Plätze müssen vor allem für Kinder von drei bis sechs Jahren zur Verfügung stehen, zunehmend aber auch für jüngere. 

95 Prozent der Kids Ü3 brauchen Platz

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz setzt inzwischen mit Vollendung des ersten Lebensjahres ein, wird aber nicht von allen Eltern eingefordert. Von den Drei- bis Sechsjährigen benötigen erfahrungsgemäß 95 Prozent einen Platz. 

Bei der Berechnung des Bedarfs differenziert die Verwaltung zwischen Plätzen für Kinder von drei bis sechs Jahren (Ü3-Betreuung) und den Unter-Dreijährigen. 

Für Ü3 sollen auf jeden Fall Plätze in Altenas Kindergärten zur Verfügung stehen. Nach der Eröffnung des Waldkindergartens am Knerling im August ist die Zahl der Einrichtungen auf zehn gestiegen, 386 „Regelplätze“ stehen stadtweit zur Verfügung. Das sind elf weniger, als rechnerisch benötigt werden. 

Dennoch seien zurzeit alle Kinder untergebracht, teilte Goniwiecha den Ausschussmitgliedern am Dienstag mit. Neben den sogenannten „Regelplätzen“ gibt es in den Kindergärten noch 72 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Das reicht nicht aus, weshalb viele Kinder von Tagesmüttern betreut werden. 

Aus den Berechnungen des Jugendamts ergibt sich auch, dass es im kommenden Jahr eng wird in den Kindergärten. Stadtweit werden demnach im Kindergartenjahr 2020/21 408 Plätze gebraucht, 2021/22 sogar 421. 

Mehr als 170 Plätze in der Innenstadt nötig

Es fehlen also Plätze, und zwar vor allem in der Innenstadt. 142 Ü3-Plätze stehen dort zur Verfügung, deutlich mehr als 170 müssten es ab nächstem Jahr sein. „Das bleibt eine Baustelle“, räumte Uwe Kober, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, gestern auf Anfrage ein. 

Er baut darauf, dass die geplante Vergrößerung des Kindergartens am Drescheider Berg im Sommer 2020 erfolgen kann. Es könne aber sein, dass die von Eltern gewünschte wohnortnahe Betreuung der Kinder trotzdem nicht immer klappt: „Es kann sein, dass Eltern fahren müssen.“ 

Warum handelt die Politik zunächst in Dahle, wenn es in der Innenstadt die größeren Probleme gibt? Altena hat die Kindergärten komplett Kirchen und freien Trägern überlassen. In Dahle ist das die evangelisch-reformierte Gemeinde. Sie erhält Geld von der Stadt, bekommt aber Probleme, wenn die Ausnahmegenehmigung für eine aktuell provisorisch eingerichtete Gruppe 2021 ausläuft. Dann hätte die Einrichtung nur noch zwei Gruppen, was die Finanzierung schwierig macht. 

Lösung für Evingsen gefunden

Abzuwarten bleibe, wie die Dahler Kirchengemeinde sich entscheidet, sagte Kober. Das Presbyterium muss sich mit dem Lösungsvorschlag noch beschäftigen. Vorgesehen ist, anzubauen und dann eine neue Gruppe einzurichten, in der ausschließlich Kinder unter drei Jahren betreut werden. Solch eine Gruppe hat nur zehn Plätze, wird aber in etwa so bezuschusst wie eine Ü3-Gruppe mit 25 Kindern. 

Dr. Rita Rüth von den Grünen zeigte sich in der Sitzung zufrieden darüber, dass auch für den Evingser Kindergarten eine Lösung gefunden worden sei. Auch der wurde mit Beginn des Kindergartenjahres auf zweieinhalb Gruppen aufgestockt.

Lesen Sie auch:
Viel verändert sich in Altenas Kindergärten

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare