„Wir würden statt 5,7 Mio. Euro Null bekommen“

ALTENA ▪ „Wir brauchen den Erlebnisaufzug. Wir brauchen ihn dringend und wir brauchen ihn schnell“. Für Statements wie dieses bekam Dr. Andreas Hollstein am Montagabend nicht nur den Beifall aller Ratsfraktionen, sondern auch sämtlicher Zuschauer im Ratssaal.

Die Burgaufzugsgegner um Wilfried Bracht waren zur Ratssitzung allerdings gar nicht erst erschienen. Sie hätten seiner Wissens auch sonstige Informationsangebote der Stadt nicht genutzt, plauderte der Bürgermeister aus dem Nähkästchen.

Bizarre Diskussion

„Bizarr“ sei die Diskussion der vergangenen Woche, die Argumente Brachts und seiner Mitstreiter lägen „nahe an der Unaufrichtigkeit“. Fakt sei, dass der innenliegende Burgaufzug von allen untersuchten Varianten die günstigste sei und zudem die einzige, zu der die Denkmalbehörde ihren Segen gebe. Hollstein verwies auf die große Resonanz, die die Idee in der Bevölkerung, aber auch in der Fachwelt finde – „sind das denn alles Dilettanten?“ fragte er.

Verabschiede sich die Stadt jetzt zugunsten einer anderen Variante von den Plänen, dann drohe der Verlust der beantragten Fördergelder – „wir würden statt 5,7 Mio. Euro Null bekommen“, warnte Hollstein. Diese Einschätzung wird von der Südwestfalenagentur, die die Regionale 2013 begleitet, bestätigt

Erheblicher Anstieg der Kaufkraft

Hollstein erinnerte in seiner Grundsatzrede zur Haushaltseinbringung noch einmal an die Grundidee: Durch den Aufzug soll ein großer Teil der Burg-Besucher in die Innenstadt gelockt werden, statt wie bisher über die Thoméestraße den Schlossberg zu erklimmen. Das sei die einzige Chance, die untere Lennestraße zu beleben, mahnte er und rechnete schon bei 100 000 Burgbesuchern einen Zugewinn an Kaufkraft von gut zwei Millionen Euro vor. „Das ist die einzige Chance zum Abbau der Leerstände und für die Stärkung des vorhandenen Einzelhandels“.

Mehr Lebensqualität für alle

Der Bürgermeister wies auch darauf hin, dass neben dem Ausschuss noch weitere, flankierende Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung geplant seien: Namentlich nannte er die Lenneterrassen und die Modernisierung des Bahnhofes – beides Projekte, die 2011 realisiert würden. Hollstein betonte, dass dem Tourismus dienende Projekte die Lebensqualität in der Stadt steigern und damit auch der einheimischen Bevölkerung zugute kämen. Das sei auch bitter nötig, sagte er: „Nur noch 50 Prozent der Altenaer kaufen hier ein“.

Ein Erlebnisaufzug, wie ihn Altena jetzt plane, sei „weltweit einmalig“ betonte der Bürgermeister. Er erhoffe sich davon auch Vorteile bei der Vermarktung im Bereich Burg Holtzbrinck/alte Post/reformierte Kirche. ▪ ben.-

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