„Wir sind stinkesauer“

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Die Mauer ist marode, die Sanierung: eine unendliche Geschichte? ▪

ALTENA ▪ Mauersanierung – bei diesem Wort stellen sich bei SPD-Ratsherr Reiner Kemmerling mittlerweile die Nackenhaare hoch. Und nicht nur er ist sauer, dass die Bauzäune an der Förderschule am Drescheider Berg nun schon seit Jahren dort stehen und nichts passiert, sondern auch Eltern und Schüler. Kemmerling stellt die Frage: „Muss erst was passieren?“

Die Bruchsteinmauer, die den Schulhof der Förderschule zur Straße hin begrenzt, ist marode und muss saniert werden. Damit begonnen worden ist bereits 2008, fertig sind die Bauabschnitte eins und zwei. „Seit 2009 tut sich dort nichts mehr“, sagt Kemmerling, „eine Gefahrenquelle für unsere Schüler.“ Weil sowohl der neue Teil der Mauer – dort fehlt das Geländer – als auch die alte Mauer eine Gefahr darstellen, ist der Bereich komplett mit Bauzäunen abgesperrt.

„Da stimmt doch irgendwas nicht“, meint Reiner Kemmerling. Im Februar vergangenen Jahres fragte er zum ersten Mal während der Ratssitzung nach, wann die Mauersanierung an der Förderschule denn nun abgeschlossen werde. Schriftlich habe ihm die Verwaltung mitgeteilt, dass die Sanierung aus finanziellen Gründen in mehreren Schritten bis 2015 erfolgt. Da sich bis Oktober nichts tat, fragte Kemmerling wieder nach. „Der Bürgermeister teilte mit, dass der Vertrag zur Sanierung unterzeichnet ist – doch es passierte wieder nichts“, erinnert sich Kemmerling. Im März 2011 dann fragte der SPD-Ratsherr ein drittes Mal nach. „Da hieß es, nach dem Frost würden die Arbeiten beginnen“, berichtet Kemmerling. Doch bis jetzt ist immer noch nichts passiert, und dass, obwohl die kalte Jahreszeit lange vorbei sei. „Wir sind stinkesauer“, spricht Kemmerling für seine Fraktion. Nicht nur, dass die Baustelle gefährlich ist. Auch die Platznot auf dem Schulhof sei ein Problem. So könne zum Beispiel die Motorroller-AG der Förderschule nur beschränkt das Fahrtraining durchführen. Außerdem wollen Eltern der Förderschule den Schulhof neu gestalten. Doch das sei erst möglich, wenn die Sanierung der Mauer abgeschlossen sei.

Aus dem Rathaus erhielt die Redaktion gestern eine positive Nachricht. Mitarbeiterin Elke Weber erklärte, dass die Arbeiten in „absehbarer Zeit“ abgeschlossen würden. Etwas genauer ging es dann doch noch: „In der nächsten Woche kann der dritte und letzte Bauabschnitt begonnen werden.“ ▪ Von Ilka Kremer

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