„Wir haben manchmal auch soziale Aufgaben“

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Quer zur Unterkonstruktion aus Eiche werden „Deckplanken“ aus Robinienholz verschraubt. ▪

ALTENA ▪ Die Wetterprognose für den Samstag in der Burgstadt sieht gut aus! Mit diesen Vorzeichen gehen die Handwerker, die seit zwei Wochen an den beiden Terrassen gearbeitet haben, in den Endspurt. Und auch auf der „letzten Meile“ wird ihnen Tag für Tag von einer teils erstaunlich großen Schar von Beobachtern auf die Finger geschaut.

Die agile Truppe der Holzbauer von Dieter Ladwig aus Fröndenberg hat damit Erfahrung – und nimmt es mit Humor. „Wer an der Straße arbeitet, hat viele Meister“, beschreibt einer das Phänomen mit einer Handwerker-Weisheit. „Jeder hat so seine eigene Ideen“, berichtet ein anderer aus dem dreiköpfigen Team, das am Mittwochvormittag auf der lenneaufwärts gelegenen Terrasse die Beplankung verlegte. Ein regelmäßiger Zuschauer hat sich zum Beispiel mal als „bester Handwerker Altenas“ vorgestellt, was man mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis nahm. „Wir haben eben manchmal auch soziale Aufgaben“, berichten die Männer. Und sie sind sicher: „Altena wird uns vermissen.“

Etwa 200 Meter weiter flussabwärts arbeitet Metallbauer Thomas Boeke an einem letzten, 60 Zentimeter langen Stück Geländer. Auch er hat immer wieder Zuschauer. „Altena macht sich“, stellt einer von ihnen fest, nachdem sein Blick zwischen den Terrassen hin- und hergewandert ist. Boeke ist aufgefallen, dass die Baustellenbeobachter, sonst gerne mal kritisch gestimmt, auf das Terrassenprojekt mit Wohlwollen und Vorfreude reagieren. „Ich höre immer nur Positives“, berichtet er.

Das „Heer der heimlichen Bauleiter“ kennt auch Stadtplaner Roland Balkenhol gut, der immer wieder nach dem Stand der Dinge geguckt hat. Auch er bestätigt: „An den Lenneterrassen wurde deutlich weniger gemeckert als anderswo.“ Das ganze Vorhaben sei im Übrigen „sehr gut verlaufen“, man sei im Rathaus „ausgesprochen zufrieden.“ Ein bisschen Glück sei freilich auch im Spiel gewesen, namentlich der Wasserstand der Lenne. Er stieg während der gesamten Bauphase nie so hoch, dass der Bagger im Flussbett nicht mehr hätte arbeiten können.

Übrigens: Nicht alle Männer reiferen Alters sind lediglich als Zuschauer an der Lenneuferstraße unterwegs: Ein Trupp von „Altena aktiv“ um Walter Roth war am Mittwoch ausgerückt, um das Geländer von Hand zu säubern. ▪ tk

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