Milder Winter reißt Löcher in die Börse

Ein Bauhof-Mitarbeiter im Winterdiensteinsatz: Das milde Wetter beschert den Beschäftigten Gehaltseinbußen

Altena -  Der Stadtkämmerer freut sich und Otto Normalverbraucher auch: Beide profitieren davon, dass durch den milden Winter kaum Winterdienst anfiel. Anderen ist das hingegen gar nicht recht: Die Mitarbeiter des Baubetriebshofs verzeichnen deutliche finanzielle Einbußen.

Das könne durchaus einige hundert Euro im Monat ausmachen, sagte Bauhofsleiter Richter gestern.

Die Reaktion darauf sei unterschiedlich, berichtete Richter: Mancher seiner Mitarbeiter vermisse diese Mehreinnahmen, andere seien froh, dass sie nicht in aller Frühe aus den Federn mussten und an den Wochenenden frei hatten.

Zwischen 150000 und knapp 500000 Euro pro Jahr kostet es, Straßen und Wege von Eis und Schnee zu befreien. Deutlich über zehn Prozent der Ausgaben entfallen auf Rufbereitschaften, also auf Geld, das die Bauhofmitarbeiter dafür bekommen, dass sie für den Fall der Fälle verfügbar sein müssen. Hinzu kommen Zulagen für Nacht- und Sonntagsarbeit und für Überstunden – lauter Dinge, die in diesem Winter kaum angefallen sind. Sicher sei in den vergangenen Tagen der Streudienst einige Male ausgerückt, sagte Richter. Aber da sei es nur darum gegangen, an besonders neuralgischen Stellen überfrierende Nässe abzustreuen – „das ist mit zwei Fahrzeugen in zwei, drei Stunden erledigt“. Wenn richtig Winter ist, hat der Baubetriebshof bis zu zwölfFahrzeuge stundenlang im Einsatz, hinzu kommen „Handstreuer“ – Trupps, die Gehwege und ähnliches freischaufeln müssen.

Die Bauhofmitarbeiter sind aber nicht die einzigen, denen der milde Winter finanzielle Einbußen beschert: Bei Blumen Steinmann ist das Salzlager so gut gefüllt wie seit Jahren nicht mehr. „Das ist jetzt erst einmal totes Kapital“, sagt Doris Steinmann. Man habe das Salz tonnenweise trocken im Schuppen eingelagert und hoffe auf den kommenden Winter.

Allerdings hätten sich im vergangenen Jahr viele Kunden vorsorglich eingedeckt. Die blieben wohl auch in diesem Jahr aus. Das Geschäft bot sowohl haushaltsübliche Mengen als auch 50 und 100 Kilo-Säcke und sogar 1000-Kilo-Pads Streusalz zum Verkauf an. - von Thomas Bender

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