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Winterallergie? Experte klärt auf und gibt Tipps

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Etwa 19 630 Menschen im Märkischen Kreis, die an Asthma erkrankt sind, macht der Winter das Atmen noch schwerer.
Etwa 19 630 Menschen im Märkischen Kreis, die an Asthma erkrankt sind, macht der Winter das Atmen noch schwerer. © AOK

Winterallergie: Ein Begriff, der irreführend sein kann. Denn auch wenn so mancher die kalte Jahreszeit nicht mag, wird niemand im Märkischen Kreis gegen den Winter allergisch sein.

Altena – Viel mehr gibt es Allergien, wie die Hausstaubmilbenallergie, Tierhaarallergie und Schimmelpilzallergie, die im Winter stärkere Auswirkungen haben, als in den übrigen Monaten des Jahres. Dies trifft insbesondere Menschen mit Erkrankungen wie Neurodermitis oder Asthma. Im Märkischen Kreis leben rund 19 630 Menschen, die unter Asthma leiden.

„Die kalte Luft draußen und im Gegensatz dazu die warme und trockene Heizungsluft in den Innenräumen reizt die empfindlichen Bronchien der Asthmatiker“, sagt Dirk Schneider, heimischer Serviceregionsleiter der Krankenkasse AOK Nordwest.

Bei Menschen, die unter Asthma bronchiale leiden, neigt das Immunsystem dauerhaft zu einer übersteigerten Abwehr. Treten dann bestimmte Reize, sogenannte Trigger auf, kommt es zu den typischen Anfällen mit Husten, pfeifender Atmung und Luftnot. Die Schleimhaut, die das Innere der Bronchien auskleidet, schwillt an und bildet einen zähen Schleim. Zudem kann die Bronchialmuskulatur verkrampfen. Beides führt dazu, dass die Bronchien enger werden und die Atemluft nicht mehr so leicht strömen kann.

Auslöser für Asthma kann zum Beispiel eine allergische Reaktion auf Schimmel, Hausstaubmilben oder Tierallergene sein. Der Winter schafft überdies raue Bedingungen für Menschen mit Allergien. Durch die zusätzliche Kombination von kalter Luft draußen und warmer, trockener Heizungsluft können Asthmaanfälle schneller und heftiger auftreten. Schimmelpilze sind im Winter eine häufigere Belastung. Sie können durch zu weniges oder falsches Lüften entstehen: Kondenswasser bildet sich an den Wänden und bietet so einen idealen Nährboden für Schimmel. „Weil die meisten Menschen in der dunklen Jahreszeit mehr Zeit im Innenraum verbringen, ist der Kontakt mit Schimmel, aber auch Allergenen wie Hausstaubmilben und Tierallergenen, die durch die Heizungsluft aufgewirbelt werden, im Winter wesentlich intensiver“, warnt Schneider.

Neurodermitis hingegen ist zwar keine Allergie im eigentlichen Sinne, aber durch Allergene werden die Hautbeschwerden häufig verschlimmert. Nach Experten-Schätzungen neigen 40 Prozent der Betroffenen gleichzeitig zu Allergien. Menschen mit Neurodermitis haben meist eine sehr trockene Haut, die durch Temperaturunterschiede zwischen kalter Luft draußen und warmer Luft in Innenräumen zusätzlich gestresst wird. Die Haut verliert damit noch mehr an Feuchtigkeit, so dass Ekzeme (entzündliche Hautveränderungen) und Juckreiz sich verstärken können.

„Im akuten Schub stehen entzündungshemmende und Juckreiz stillende Medikamente wie Kortison im Mittelpunkt der Therapie. Die Ärztin oder der Arzt wählt entsprechend der Erkrankungssituation eine individuell passende Behandlung aus“, erklärt Schneider. Neurodermitis zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen in Deutschland. Etwa zwei Millionen Babys und Kinder sowie 2,5 Millionen Erwachsene leiden unter den juckenden Hautrötungen – Tendenz steigend.

Information

Weitere Informationen bietet die AOK Nordwest online unter www.aok.de/nw in der Rubrik „Medizin & Versorgung“ unter dem Reiter „chronische Erkrankungen“.

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