„Winter der Hoffnung" erscheint am 23. September

Peter Pranges neues Buch spielt wieder in Altena

Peter Prange  mit seinem Buch
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Peter Prange hat eine „Fortsetzung nach vorne“ zu seinem Bestseller „Unsere wunderbaren Jahre“ geschrieben.

Das Jahr ist um, der neue Prange kommt: Immer im Herbst veröffentlicht der aus Altena stammende Bestseller-Autor einen neuen Roman. Diesmal heißt er „Winter der Hoffnung“ - und erzählt die Vorgeschichte des verfilmten Romans „Unsere wunderbaren Jahre" .

Altena – Erst Nachkriegsgeschichte am Beispiel der D-Mark, dann zwei Bände Drittes Reich mit dem KdF-Auto: Der Erfolgsautor Peter Prange hat das 20. Jahrhundert für sich entdeckt. Allerdings könnte man meinen, er irrlichtere ein wenig durch die Geschichte. Sein neuer Roman „Winter der Hoffnung“, der in der kommenden Woche erscheint, ist nämlich genau zwischen den beiden oben genannten Werken angesiedelt.

Und es ist sozusagen die Fortsetzung des in Altena spielenden Buches „Unsere wunderbaren Jahre“, das für einen Dreiteiler in der ARD verfilmt wurde. Aber nicht nach hinten, sondern nach vorne. Es spielt im Hungerwinter 1946, als gute Dinge bei Feinkost Jürgens in der Lennestraße nur schwarz zu haben waren, man von Buttercreme im Café Dunkel träumte und die Bahnhofsunterführung ekelig nach Pisse stank.

Roman von Peter Prange aus Altena: Protagonisten, die man schon kennt

Merke also: Schauplatz des Buches ist wieder Altena, dem Leser begegnen Protagonisten, die er schon aus „Unsere wunderbaren Jahre“ kennt: die ehrbare Fabrikantenfamilie Wolf zum Beispiel und deren fieser Gegenpart Walter Böcker. Prange hat in der Vergangenheit immer wieder dementiert, dass Fritz Berg für diese Romanfigur Pate gestanden hat und lässt Böcker in seinem neuen Buch trotzdem von den Briten eingesetzter Bürgermeister sein – ganz so, wie Berg es war.

Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit Tommy Weidner, unehelicher Sohn einer Putzfrau und deshalb gesellschaftlich nicht besonders angesehen. Er ist nicht nur Schwarm der Altenaer Damenwelt, sondern auch erfolgreicher Schwarzmarkthändler mit besten Beziehungen zum Stadtkommandanten Major Jones, der alles Deutsche liebt und deshalb für die Bevölkerung eine große Weihnachtsfeier im Lennestein plant. Sie ist der rote Faden für das Buch, das vier turbulente Wochen im Advent beschreibt.

Roman von Peter Prange aus Altena: Amouröse Szenen

Natürlich gibt es amouröse Szenen, natürlich spielt die Wirtschaft eine Rolle, beispielsweise bei der sich abzeichnenden, dann aber doch noch abgewendeten Demontage der Firma Wolf. Die „Hitlerei“ ist noch lange nicht überstanden, die Altnazis (zu denen auch Böcker gehört) treffen sich regelmäßig im verrufenen Lennekeller unter der mit Hakenkreuzkugeln geschmückten Jultanne.

„Hitler war der größte Führer aller Zeiten, ein Geschenk des Himmels an das deutsche Volk“. Salonfähig war das sicher nicht mehr, was der ehemalige SS-Mann Fritz seinem Schwiegervater Eduard Wolf entgegenschleudert. Aber latent vorhanden war rechtes Gedankengut natürlich immer noch, auch in bürgerlichen Kreisen. Der Inhaber des örtlichen Modehauses hatte seinen Schäferhund so abgerichtet, dass er auf das Kommando „Die ist vom Jud“ die Scheibe Wurst verschmäht – ein Kunststück, das noch immer gerne gezeigt wurde.

Roman von Peter Prange aus Altena: Länger geworden als geplant

Nazis und Demontage, Liebe und Weihnachten: Um was genau geht es überhaupt? Diese Frage stellt sich ein ums andere Mal, wenn man Pranges neues Buch liest. Ein Beispiel: Irgendwann geht es um die Ansiedlung der Firma Graetz in der oberen Nette – genau ein Absatz, der heimatkundlich interessant sein mag, für die Handlung aber keinerlei Bedeutung hat und damit für die Masse der Leser nicht von Belang ist.

In einem Nachwort versucht Prange sich an einer Erklärung. Geplant gewesen sei ein kleines Stück, etwa 80 bis 100 Seiten, im Winter 1946 spielend und so angelegt, dass sich daraus erkläre, wie die Figuren aus „Unsere wunderbaren Jahre“ zusammengefunden haben. Das habe sich verselbstständigt, am Ende seien 310 Seiten dabei herausgekommen, „Damit habe ich Ihre Zeit weit mehr in Anspruch genommen als ursprünglich geplant und das verlangt nach einer Erklärung, wenn nicht nach einer Entschuldigung“, schreibt Prange und erklärt seinen Lesern, dass sich seine Bücher sozusagen wie von selbst schreiben, wenn sie denn in Altena spielen.

Bei „Unsere wunderbaren Jahre“ habe er das Schreiben zum ersten Mal in seinem Schriftstellerleben als Vergnügen empfunden. Das habe sich bei „Winter der Hoffnung“ wiederholt. Wieder habe sich eine solche Dynamik entwickelt, „dass ich auch bei dieser Geschichte weniger der Autor als eigentlich nur der Protokollant der Geschehnisse war“, schreibt der Autor.

Roman von Peter Prange aus Altena: Alle Infos zum Buch

„Winter der Hoffnung kommt am Mittwoch, 23. September, auf den Markt und kostet als gedrucktes Buch 20 Euro. E-Book und Hörbuch sollen 17 Euro kosten. Für den 20. November plant Prange eine Lesung in Altena.

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