Windräder auf dem Kohlberg: zweiter Turm wächst 

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Insgesamt sechs jeweils 200 Meter hohe Windräder sollen auf dem Kohlberg in Neuenrade entstehen. Mittlerweile wird bereits der Turm der zweiten Anlage errichtet.

Altena/Neuenrade – Das zweite von sechs geplanten Windrädern auf dem Kohlberg nimmt schon Gestalt an. Doch die öffentliche Besichtigung ist erstmal abgesagt.

Auf dem Kohlberg herrscht reger Baustellenverkehr, immer wieder fahren Lastwagen über die geschotterten Wege, der Untergrund ist festgefahren und fast so hart wie Asphalt. 

Ihr Ziel ist die Windräder-Baustelle des Investors SL-Naturenergie, der auf dem Kohlberg insgesamt sechs 200 Meter hohe Windenergieanlagen errichten lässt. In der großen Baustelle fahren Bagger von Anlage zu Anlage, dazwischen bewegt sich auch ein Bauhof-Fahrzeug der Stadt Altena durch den Wald, Spaziergänger und Jogger sind zu sehen. 

Am Rande eines häufig genutzten Weges in Richtung Leveringhausen/Schultenhof stehen schon große Teile des nunmehr zweiten Windrads – sechs sollen es werden. 

Baustelle abgesichert

Mehrere Ringe wurden bereits montiert und die gewaltigen Dimensionen des Windrades – nebst Kran und zwischengelagerten Halbringen – werden für die Spaziergänger hier besonders deutlich.

Jedes Windrad wird mit aufgestellten Rotoren 200 Meter hoch. Auch aus der Ferne sind Kran und Türme, einer steht schon komplett, gut zu sehen. Der Baustellenbereich wird gesichert, um Neugierige oder auch Gegner des Windkraft-Projektes auf dem Kohlberg von der unmittelbaren und sicher nicht ungefährlichen Baustelle fernzuhalten. 

Der große Kran, der für den Aufbau der Windrad-Korpora gerade hoch genug ist, wird zu den jeweiligen Standorten gefahren, hieß es von Maureen Nauen, Sprecherin der Unternehmensgruppe SL-Naturenergie. Die Kanzeln mit der Technik und anschließend auch die Rotoren werden von einem noch höheren Kran montiert. 

Besichtigung verschoben

Was die vom Investor geplante öffentliche Baustellenbesichtigung anbelangt, so sei dieses Vorhaben erst einmal wegen der Corona-Pandemie geschoben worden, sagte Nauen, ohne einen möglichen Termin zu nennen. 

Auf dem Kohlberg laufen die Arbeiten zur Errichtung der Windräder weiter auf Hochtouren.

In Arbeit haben die SL-Naturenergie auch die Sache mit der Bürgerbeteiligung an dem Windkraft-Projekt. Interessierte sollen sich finanziell daran beteiligen und dann natürlich auch entsprechend partizipieren können. Da werde im Sommer ein Angebot veröffentlicht, sagte SL-Naturenergie-Geschäftsführer Milan Nitzschke auf Nachfrage. 

Derzeit sei man mit der Ausarbeitung befasst. Interesse an einer Beteiligung besteht. Der Kämmerer der Stadt Neuenrade, Gerhard Schumacher, berichtete von mehreren Anfragen, die man gleich an SL Naturenergie weitergeleitet habe. 

Gerichtsverfahren läuft

Bereits 2016 hatte Klaus Schulze Langenhorst, Geschäftsführer der Gruppe, gesagt, dass eine Bürgerbeteiligung vorrangig für die Menschen aus der Region Neuenrade, Altena und Balve angeboten werde. Auch von der Höhe einer möglichen Verzinsung war schon die Rede. Als Zielmarke nannte Schulze Langhorst – damals – fünf bis sechs Prozent. Der Standort auf dem Kohlberg sei „windreich“ und „die Wirtschaftlichkeit“ gegeben. 

Bleibt noch auf das ausstehende Gerichtsverfahren zu verweisen: Die Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“ klagt mit der NRW-Landesarbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt nun vor dem Oberverwaltungsgericht gegen das Projekt. 

Zwischenzeitlich hatten sie 2017 einen Baustopp erreicht, aber den Prozess beim Verwaltungsgericht gegen die Baugenehmigung für die Windenergieanlagen dann verloren. Nach dem Urteilspruch nahm der Investor im Dezember die Arbeiten zügig wieder auf und errichtet seitdem die sechs Windräder.

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