RTV will Gebührenpflicht für alle Sportstätten

Ralf Ziomkowski und Karl Heinz Thurm erläuterten die Pläne des RTV

ALTENA ▪ Der Rahmeder Turnverein (RTV) kann die Sporthalle Zum Hohle weiter nutzen, zahlt dafür aber einen jährlichen Obulus von 3800 Euro. Das ist das Ergebnis eines Gespräches, dass der Vorstand des Sportvereins gestern im Rathaus führte.

Allerdings habe Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein dabei klar gemacht, dass diese Absprache nicht unbedingt auf Dauer sei, schränkte RTV-Vorsitzender Karl Heinz Thurm in einem sich anschließenden Gespräch mit Vertretern aus Politik und anderen Sportvereinen ein. Denn: Die Stadt will die Halle verkaufen – gelingt ihr das, wird der RTV wohl weichen müssen.

Selbst will sich der rund 150 Mitglieder zählende Verein die Immobilie nicht ans Bein binden. Ralf Ziomkowski, Mitglied des RTV und im Gebäudemanagement der Stadt Lüdenscheid tätig, hat nachgerechnet – nach seiner Einschätzung wäre das finanzielle Risiko zu groß. Selbst bei einem symbolischen Kaufpreis von einem Euro kalkuliert Ziomkowski mit jährlichen Kosten von rund 23 000 Euro. Die würden sich zwar um die dann von der Stadt zu zahlenden Miete für das Feuerwehrgerätehaus (rund 13 600 Euro) reduzieren, unterm Strich blieben aber immer noch knapp 10 000 Euro – zu viel für den RTV.

„Heute ist ein guter Tag“, freute Ziomkowski sich nach dem Gespräch mit dem Bürgermeister. Abzuwarten bleibt, ob Altenas andere Sportvereine das auch so sehen. Der RTV hat nämlich bei Hollstein auch an einem Tabu des Sports gerüttelt und eine generelle Gebührenpflicht für die Nutzung aller Sportstätten ins Gespräch gebracht. Einerseits geht es ihm dabei um Solidarität – es könne nicht sein, dass nur der RTV zahlen müsse, gab Thurm zu erkennen. Ziomkowski argumentiert, dass eine solche Gebühr maßgeblich zur Finanzierung aller Turnhallen und Sportplätze beitrage, und das nicht nur wegen der Einnahmen durch die Gebühr. Die Stadt könne ihre Sportstätten dann auch als „Betrieb gewerblicher Art“ führen und könnte sich die Mehrwertsteuer für die auf die Hallen entfallenden Ausgaben von Finanzamt wiederholen.

Dem RTV ist klar, dass seine Forderungen „politisch sicher unpopulär“ sind. Er sieht sie aber als „wegweisend“ an. Vor allem angesichts einer sich verändernden Schullandschaft sei damit zu rechnen, dass weitere Hallen in Gefahr gerieten. „Bewusst“ sei der Vorstoß nicht mit dem Stadtsporverband abgesprochen worden“, betont der Verein - eine Abstimmung „unter Berücksichtigung aller Interessen“ der Altenaer Sportvereine wäre nach Ansicht des Vereins „zu langwierig“ geworden.

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