Wilfried Bracht: „unehrlicher Fliegenfänger“

Irmgard Ibrom und Matthias Bergfeld (r.) ehrten langjährige Mitglieder der SPD Altena.

ALTENA - Matthias Bergfeld bleibt Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Altena. Mit einer Quote von 86 Prozent bestätigte ihn die mit 40 Personen gut besetzte Jahreshauptversammlung im Lokal Zagreb am Donnerstagabend im Amt. Neue Stellvertreter sind Irmgard Ibrom und Thomas Schmitz.

Bergfeld sprach gleich in seiner Begrüßung davon, dass sich die Turbulenzen nach der verlorenen Kommunalwahl gelegt haben: „Die SPD ist wieder am Ball.“  Sein Jahresbericht rief den Genossen noch einmal Projekte wie die diversen Festangebote, den Einsatz für die Familienkarte und den Erhalt des Krankenhauses sowie das Engagement für das Aufzugsprojekt in Erinnerung.

"Der ist gefährlich für Altena"

Harry Potters Gegenspieler, Lord Voldemort, wird in der Buchserie immer als der, dessen Name nicht genannt werden darf, bezeichnet. So hielten es auch die Genossen. Ohne Bracht beim Namen zu nennen, gab es über ihn Bemerkungen wie: „Lügner“, „Fliegenfänger“, „der ist gefährlich für Altena“, „(...) fehlt jede Ehrlichkeit“, „Verbreiter unwahrer Äußerungen“.

Für 2011 hat sich der Vorstand viel vorgenommen. Bergfeld kündigte das weitere Anlegen von Ortsteilprofilen, eine Qualifizierung von Ausschuss-Mitgliedern, die Gründung der Arbeitskreise Familie, Leben, Wohnen und Freizeit sowie Wirtschaft und Stadtentwicklung und die Forcierung der interkommunalen Zusammenarbeit mit Nachrodt-Wiblingwerde und Werdohl an.

Weil das so genannte Senioren-Café sich zu einer festen Größe innerhalb der Ortsteilarbeit gemausert habe, aber nicht nur von Senioren besucht werde, heißt es künftig Bürger Café.

Kritik an Bergfeld und dem mit Geschäftsführer Paul Rump, seinem Stellvertreter Christoph Kerper, Kassierer Thorsten Janson und Vize Martin Müller sowie nur noch zwei Beisitzern, nämlich Reiner Kemmerling und Jörg Werner, insgesamt neu besetzten und verkleinerten Vorstand, kam von Kay Kürschner. Er sah in dieser Verschlankung „einen organisatorischen Rückschritt.“ Das meinte auch Ratsherr Mario Westphal. Bergfeld konterte: „Wir arbeiten lieber mit weniger Leuten, die da sind und aktiv mitarbeiten.“ Die Vielzahl der Posteninhaber habe sogar häufiger die „Arbeit blockiert“, merkte Fraktionschefin Irmgard Ibrom vor ihrem Bericht aus dem Rat an. Sie appellierte: „Ehrenamt und Eigeninitiative sind so wichtig wie nie. Jeder, der mittut, ist uns willkommen.“ Noch einmal verteidigte sie ihr Eintreten für die Familienkarte. Die sei offenbar von der Verwaltung ungeliebt und werde deshalb nicht entsprechend forciert. Ibrom wiederholte noch einmal, dass sie vor der Veröffentlichung der gemeinsamen Erklärung aller Ratsfraktionen zum Aufzugsprojekt nicht gefragt worden sei. „Das hätten wir auch unterschrieben.“ Kay Kürschner: „Das sollten wir klären und nicht auf uns sitzen lassen.“

Namentlich nicht genannt wurde Aufzugskritiker und ehemals SPD-Mitglied Wilfried Bracht, obwohl er oft im Munde geführt wurde. Viele Parteimitglieder zürnten mit ihm und seinem Tun – siehe Kasten unten.

Bergfeld hatte zum Amtsantritt vor zwei Jahren das Ziel ausgegeben, die SPD auf 200 Mitglieder zu bringen. Aktuell sind es 166, es gab Sterbefälle, einige Austritte „aber es ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu spüren“, freute sich der Chef.

Neben dem Aufzug und dem Erhalt des Krankenhauses unterstütze die Partei auch die Idee Krämerdorf. Ratsherr Reiner Kemmerling: „Ich war auf der Versammlung und habe eine Aufbruchstimmung verspürt, die wir als SPD stützen.“ ▪ Von Johannes Bonnekoh

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