Wildunfälle: Das müssen Autofahrer wissen

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14 Wildunfälle gab es in Altena zwischen Oktober und Dezember 2019.

Altena – 14 Mal kam es  zwischen Oktober und Dezember 2019 zu Wildunfällen in Altena. Die Schäden gingen in die Zehntausende. Die Polizei erklärt, was Verkehrsteilnehmer beachten müssen.

Im Jahr zuvor waren es in diesem Zeitraum 13 Kollisionen. Einzig positiv dabei: Weder in 2018 noch in 2019 wurde ein Mensch dabei verletzt. Einige Male mussten Polizeibeamte oder Jäger aber das angefahrene Wild vor Ort durch einen Gnadenschuss von seinen Qualen erlösen. Die Sachschäden gingen in die Zehntausende Euro. 

Christof Hüls, Pressesprecher der Polizei, erläutert, was nach einem Wildunfall zu beachten ist, wie sich ein Zusammenstoß mit Reh oder Wildschwein vermeiden lässt und wen der beteiligte Autofahrer informieren sollte, wenn es doch zum Unfall kommt. 

Wie kann man einen Wildunfall vermeiden? 

In jedem Fall sind vorausschauendes Fahren und ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein nötig. Wildtiere kennen keine Verkehrsregeln, können die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs nicht einschätzen und warten nicht am Straßenrand, bis Sie vorbeigefahren sind. 

Es ist leider so, dass Tiere, auch wenn sie ein Auto kommen sehen, trotzdem unmittelbar vor dem Fahrzeug auf die Straße springen. Bitte in jedem Fall abblenden, und zwar immer. 

Spielt die Geschwindigkeit eine Rolle? 

Natürlich, sie ist ganz entscheidend. Wie man es in der Fahrschule gelernt hat, gilt: Wenn Tempo 50 vorgeschrieben ist, muss man sich auch so verhalten. Wer mit 70 km/h unterwegs ist, riskiert aufgrund der höheren Aufprallgeschwindigkeit sehr viel. 

Trifft der Autofahrer beispielsweise auf ein Wildschwein, potenziert sich das auf das Gewicht eines ausgewachsenen Nashorns – und das wiegt bis zu 3,5 Tonnen. Auch der Bremsweg verdoppelt sich. 

Gibt es besonders gefährliche Zeiten und Orte für Wildunfälle in Altena? 

ach Aktenlage der Polizei ereignen sich die meisten Unfälle auf Altenaer Stadtgebiet auf Rosmart, in Höhe des Hemecker Weges und in Evingsen. Es gab auch Unfälle in Dahle und an der Fuelbecker Straße. 

Alle Altenaer Unfälle passierten zwischen 5 und 9 Uhr und 16 und 0 Uhr. Schwerpunkt ist dabei ganz klar die Zeit ab 19 Uhr. 

Kritisch sind vor allem die Phasen nach der Zeitumstellung. Denn die innere Uhr der Tiere tickt anders, plötzlich geraten Tier und Auto aneinander. 

Die Polizei rät: bremsbereit sein und den Fuß vom Gas nehmen. Ich kann als Verkehrsteilnehmer nicht mehr ausweichen, das Wild steht auf der Straße.

Soll ich auf jeden Fall versuchen, es zu umfahren, stehen bleiben oder was raten Sie? 

Ein Ausweichmanöver birgt große Gefahren, weil man die Kontrolle über den Wagen verlieren kann. Ein Baum oder eine Hauswand sind härter als das Tier. Der Wagen könnte auch in den Gegenverkehr geraten. 

So gefährden Sie weitere Verkehrsteilnehmer. Deshalb besser voll bremsen, abblenden, hupen, Lenkrad festhalten und einen Zusammenprall in Kauf nehmen. Vielleicht ist es möglich, im letzten Augenblick die Bremse zu lösen und langsam am Tier vorbeizufahren. 

Es ist zum Zusammenprall mit dem Wild gekommen. Was ist dann zu tun? 

Natürlich ist die Warnblinkanlage einzuschalten und die Unfallstelle abzusichern. Es gibt keine Pflicht, Warnwesten zu tragen, aber es macht Sinn. 

Wer muss informiert werden? 

Sind Personen verletzt, ist die Notnummer 112 wählen. Und bei einem Wildunfall ist immer die Polizei zu rufen.  

Was ist mit dem Tier auf der Fahrbahn? 

Wenn möglich, das tote Tier an den Randstreifen ziehen. Das hilft, damit keine Folgeunfälle passieren. Verletzte Tiere besser nicht anfassen, da sie sich ganz sicher wehren. 

Das angefahrene Wild darf übrigens nicht einfach mitgenommen werden, sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei. Mitnehmen darf es nur der Jagdpächter. 

Muss ich warten, bis die Polizei oder der Jagdausübungsberechtigte am Unfallort erscheint? 

Ja, das ist erforderlich. Die Polizei führt alle Ermittlungen vor Ort durch. Dazu gehören Spurensuche und das Anlegen eines Berichtes. Dann stellen die Polizei oder der Jagdpächter eine sogenannte Wildschadenbescheinigung ist. Die ist für die Kasko-Versicherung wichtig. 

Muss der Autofahrer den Wildschaden zahlen? 

Die Haftpflichtversicherung übernimmt Fremdschäden. Bei der Teil- oder Vollkasko-Versicherung kommt es beim Schaden am Auto auf den vereinbarten Eigenanteil an. 

Woran erkenne ich gefährliche Stellen, an denen es zu Wildunfällen kommen kann? 

An dem Schild Wildwechsel oder daran, dass sich in der Nähe Hochsitze von Jägern befinden.

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