Irmgard Herberg begrüßte ihre heutige Nachbarin Doris Merz zum Weihnachtsfest 1950 auf dieser Welt

Wiedervereint mit Christkindchen Doris

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Nach 68 Jahren sind Irmgard Herberg (l.) und Doris Merz wieder an Weihnachten unter einem Dach vereint. Nach dem Verkauf der Konditorei Merz in der Bahnhofstraße vor einem Jahr zog Doris Merz mit ihrem Mann Rainer in die direkte Nachbarschaft ihrer lieben Bekannten seit frühesten Kindertagen.

Altena - An das Weihnachtsfest 1950 kann sich Irmgard Herberg bestens erinnern: Die junge Sekretärin und Arzthelferin war in der Privatklinik des Werdohler Frauenarztes Dr. Theo Brandess tätig, als die Dahlerin Elsbeth Steuber mit Wehen eingeliefert wurde und ihre kleine Tochter Doris gebar. Das war am 25. Dezember. 68 Jahre später sind Irmgard Herberg und Doris Merz wieder zu Weihnachten unter einem Dach vereint, denn heute sind sie direkte Nachbarinnen.

In die kleine Doris war Irmgard Herberg vom ersten Tag an verliebt. „Ein sehr süßes Baby!“, schildert die heute 90-jährige Altenaerin. Weil sie sich während der Wöchnerinnenzeit mit Elsbeth Steuber gut verstanden hatte, ließ sie es sich nicht nehmen, das kleine Bündel höchstpersönlich zu nehmen und den glücklichen Eltern ins Auto zu reichen, als die junge Familie nach Weihnachten nach Hause fahren durfte. Ihre Wege sollten sich im Laufe der Jahre noch öfter kreuzen. Denn „Fräulein Loos“, wie Irmgard Herberg während ihrer Berufstätigkeit in der kleinen Werdohler Frauenklinik noch gerufen wurde, hatte damals schon Verbindungen nach Dahle und stand kurz vor der Verlobung mit ihrem langjährigen Freund Gerd Herberg. „Als ich dann wenige Jahre später nach Dahle gezogen bin, habe ich in der Metzgerei von Doris’ Papa Reinhard Steuber natürlich auch regelmäßig eingekauft.

Rückblick: Elsbeth Steuber mit ihrer kleinen Tochter Doris und deren Bruder Hermann.

So ist der Kontakt zu dem kleinen Christkindchen Doris nie abgebrochen.“ Umgekehrt entwickelte auch das heranwachsende Mädchen viel Wertschätzung zu der Frau, die ihre ersten Lebenstage begleitet hatte. „So was verbindet. Meine Mutter hatte nie vergessen, wie nett Irmgard zu ihr war auf der Station. Es waren ihre ersten Tage Ruhe nach der stressigen Vorweihnachtszeit in der Metzgerei. Mama hatte noch bis zum Schluss im Laden mitgeholfen, da blieb kaum Zeit zur Erholung oder eine gemütliche Geburtsvorbereitung...“, schildert Doris Merz.

Stressige Branche

Durch die Ehe mit Konditormeister Rainer Merz rutschte Doris Merz Jahre später selbst in eine stressige Branche, wo an Heiligabend noch Akkordarbeit geleistet wurde. „Aber wir haben nie an meinem Geburtstag das Café aufgemacht. Darauf habe ich von Anfang an bestanden und diese Entscheidung war gut“, berichtet Doris Merz lachend. Vor genau einem Jahr schlossen sie und Ehemann Rainer die Tür zu Backstube und Café an Heiligabend für immer ab, packten den Weihnachtsbaum aus dem Geschäft ins Auto und zogen in ihre neue Wohnung an der Lohmühle, wo auch Irmgard Herberg seit einigen Jahren lebt. „Dass sich unser Kreis im Ruhestand wieder schließen würde, hat wirklich keiner geahnt bei unserer ersten Begegnung vor 68 Jahren!“, erklären beide Frauen lachend. Bis heute sind sie freundschaftlich verbunden geblieben und teilen eine besondere Geschichte.

Christkinder

„Christkinder sind ja eine besondere Rarität“, weiß Irmgard Herberg. Für die einen ist es Fluch und für die anderen Segen. „Ist es für Dich eigentlich schön, an Weihnachten Geburtstag zu haben?“ , richtet sie das Wort an Doris Merz. Die nickt: „Ja, weil ich immer sicher sein konnte, von lieben Menschen umgeben zu sein an diesem Tag. Es gab immer Familie, das tollste Essen und doppelt Geschenke. Und bis heute ist es so geblieben, dass mich alle meine Lieben besuchen und mit mir feiern möchten. So ein Glück ist längst nicht jedem beschert“, erklärt Doris Merz mit großer Dankbarkeit.

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