Wieder ein Musical von Budapester Schülern

Vor allem tänzerisch boten die Budapester Schüler bei ihrem Auftritt im Jahr 2008 eine reife Leistung.

ALTENA - 2008 spielten sie „Stephan, der König“  - und in Altena staunten Lehrer, Eltern und Schüler darüber, wie intensiv am Kossuth Lajos Gimnázium in Budapest an der Vorbereitung einer Rockoper gearbeitet wurde. Jetzt haben die ungarischen Schüler das nächste Stück einstudiert, wieder werden sie es in Altena zeigen. „Das gehört dort halt zum Schulprogramm“, erklärt Heinz Scholl.

„Irgendwo in Europa“ erzählt die Geschichte von Kindern im Nachkriegs-Ungarn – sie sind eltern- und heimatlos, das Heim, in dem sie zuletzt lebten, wurde zerstört. Völlig auf sich allein gestellt und ohne soziale Bindungen drohen sie zu verrohen – „hier soll auch gezeigt werden, dass Kinder die Hauptleidtragenden von Kriegen sind“, erklärt Heinz Scholl. Der Ex-Altenaer lehrte bis zu seiner Pensionierung am Kossuth Lajos Gimnázium und kümmert sich nach wie vor darum, dass die Partnerschaft mit dem Burggymnasium mit Leben gefüllt wird. Mit seiner Kollegin Zsuzsa Makai-Kis war er diese Woche in Altena, um die Aufführung des Musicals vorzubereiten. Sein Hauptproblem: Gesungen wird ungarisch, die wenigsten Zuhörer dürften diese Sprache beherrschen. Deshalb soll es vielfältige Hilfen geben: Im Foyer der Zentralen Raumgruppe (dort wird „Irgendwo in Europa..“ am 26. und 27. Juni aufgeführt) wird auf Stellwänden über den Inhalt informiert, jeder Besucher bekommt ein Begleitheft mit Erläuterungen zu den einzelnen Szenen, vielleicht wird es auch Einblendungen über der Bühne geben – ansonsten wird Heinz Scholl zwischen den einzelnen Szenen erklären, was als nächstes auf der Bühne passieren wird.

Mit Antonius Gusik, dem Leiter der Stadtbücherei, wurde außerdem vereinbart, dass dort am 24. Juni der Film zum Stück gezeigt und erläutert wird. Am BGA kursiert diese DVD übriges schon jetzt: In Fächern, in denen es sich anbietet, soll der Stoff zum Unterrichtsthema gemacht werden.

Geschrieben wurde das Stück von Istvan Nemes, Des Laszlo hat es vertont. Der ungarische Jazz-Saxophonist und Komponist gründete mehrere Gruppen, mit denen er viele in seinem Heimatland sehr erfolgreiche Alben produzierte. Daneben komponierte er Musiken zu mehr als zwanzig Filmen.

von Thomas Bender

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