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Wieder Leben im ehemaligen St.-Vinzenz-Krankenhaus

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Während die Bewohner des Ellen-Scheuner-Hauses von den vertrauten Pflegekräften auf ihrer Fahrt begleitet werden, transportiert die Spedition Betten und Sitzgelegenheiten ins neue Heim.
Während die Bewohner des Ellen-Scheuner-Hauses von den vertrauten Pflegekräften auf ihrer Fahrt begleitet werden, transportiert die Spedition Betten und Sitzgelegenheiten ins neue Heim. © Goor-Schotten, Hilde

Der Umzug hat begonnen: Die ersten Senioren aus dem Ellen-Scheuner-Haus in Altena sind in das ehemalige Krankenhaus St. Vinzenz eingezogen. Denn ihre Einrichtung wird aufwendig und umfassend saniert.

Vormittags umziehen, gemütlich zu Mittag essen, anschließend ausruhen – die Tage im Ellen-Scheuner-Haus laufen derzeit etwas anders als gewohnt, aber durchaus in geordneten Bahnen. Am Montag haben die ersten Bewohner des Alten- und Pflegeheims ihr neues Zuhause bezogen, am Mittwoch folgen die letzten. Donnerstag und Freitag ist dann das Evangelische Seniorenzentrum Neuenrade an der Reihe.

In die Flure des ehemaligen St. Vinzenz-Krankenhauses ist damit wieder Leben eingekehrt. Bis zum Sommer 2023 werden die rund 160 Bewohner der beiden Einrichtungen hier leben, während ihre angestammten Heime umgebaut werden. Generalstabsmäßig hat ein großes Team mit Mitarbeitern des Perthes-Werkes und der Einrichtungen vor Ort den Umzug in das ehemalige St. Vinzenz-Krankenhaus geplant. „Und bis jetzt hat alles prima geklappt“, freuten sich am Dienstagmittag Petra Winkler, Leiterin des Ellen-Scheuner-Hauses, und Ralf Lohscheller, der für den Märkischen Kreis zuständige Geschäftsbereichsleiter des evangelischen Perthes-Werkes.

Umzug in drei Etappen

In drei Etappen wechseln die Senioren aus Altena ins neue Heim. „Die Zahl ist dadurch überschaubar“, sagt Winkler, „wir können uns um jeden Einzelnen kümmern.“ Bett oder Sessel und Bewohner werden dabei möglichst zeitnah und parallel transportiert. Das heißt, während die „Schlotmänner“ das Inventar hin- und herräumen, begleiten die vertrauten Mitarbeiter die Senioren bei ihrer Fahrt, unterstützt von Fahrzeugen und Helfern aus den Perthes-Einrichtungen der Umgebung. Im neuen Heim angekommen, stehen Bett und Sitzgelegenheit schon bereit. Gerade für Menschen mit Demenz ist diese Vertrautheit wichtig.

Manuela Schmidt fühlt sich bereits wohl. Ebenso wie Elisabeth Kriznik und Dorothea Korthaus (von links) und hat einen Schwung Frühlingsdeko gebastelt. Um die kümmert sich hier Pflegedienstleiterin Kornelia Tymoszuk.
Manuela Schmidt fühlt sich bereits wohl. Ebenso wie Elisabeth Kriznik und Dorothea Korthaus (von links) und hat einen Schwung Frühlingsdeko gebastelt. Um die kümmert sich hier Pflegedienstleiterin Kornelia Tymoszuk. © Goor-Schotten, Hilde

Der Trubel auf den Fluren gefällt aber auch vielen Bewohnern. „Die Stimmung ist sehr gut. Es ist aufregend für alle“, hat Petra Winkler festgestellt. Elisabeth Kriznik kann das nur bestätigen. Sie war am Montag bei den ersten, die umgezogen sind, und ist rundum zufrieden: „Das hat alles sehr gut geklappt. Das Zimmer ist schön. Es ist wunderbar.“ Ihre Bilder will sie noch aufstellen, damit es noch mehr ein Zuhause wird.

Orientierungssinn der Pflegekräfte ist gefordert

Sich zurechtfinden, die Aufenthaltsräume erkunden, schauen, wo was ist – die noch mobilen Bewohner sind unterwegs auf den langen Fluren. Ruth Krimmelbein genießt das: „Hier kann ich viel spazieren gehen, ich kann überall hin“, sagt sie und lacht, „da kann ich Sport treiben.“ Sie ist schon nach dem ersten Tag angekommen: „Ich möchte hier nicht mehr weg.“ Man brauche schon ein bisschen, um sich zurecht zu finden, meint Mitbewohnerin Dorothea Korthaus. Und damit ist sie nicht allein. Auch der Orientierungssinn der Pflegekräfte ist gefordert, bis sich alle Wege in dem weitläufigen Gebäude eingespielt haben.

Ruth Krimmelbein macht es sich mit Pflegekraft Karolina Misch auf dem Sofa gemütlich. Die Seniorin möchte schon jetzt nicht mehr weg.
Ruth Krimmelbein macht es sich mit Pflegekraft Karolina Misch auf dem Sofa gemütlich. Die Seniorin möchte schon jetzt nicht mehr weg. © Goor-Schotten, Hilde

„Vielleicht kann Schwester Inge da helfen“, meint Petra Winkler mit einem Augenzwinkern und erzählt, dass die jetzige Heimbewohnerin viele Jahre als Krankenschwester im St. Vinzenz gearbeitet hat: „Sie kann uns wahrscheinlich alle Ecken zeigen.“ Erinnerungen an das Krankenhaus haben noch viele. So wie Elisabeth Kriznik: „Ich war oft als Patientin hier. Ich kenne mich aus.“

Nicht mehr viel erinnert an die Krankenhausatmosphäre

An die Krankenhausatmosphäre erinnert aber nicht mehr viel. Gemütliche Sofas, Grünpflanzen und große Fotos sorgen für eine fröhliche Stimmung, zu der auch Bewohnerin Manuela Schmidt ihren Teil beigetragen hat. Von ihr stammen die Frühlingsmotive, die die vielen Glasfronten schmücken. „Ich habe bis 2.30 Uhr gebastelt“, erzählt sie von ihrem ersten Tag im neuen Heim, „und ich bin noch nicht fertig.“ Für eine besondere Wohlfühlatmosphäre sorgt auch der Duft von frischen Waffeln, der durch die Flure zieht. „Wir begrüßen die Bewohner hier mit Kaffee, Waffeln und einem Gläschen Sekt, wenn sie mögen“ sagt Petra Winkler. Im Eingangsbereich hängen bunte Luftballons und ein „Herzlich willkommen“ – mehr war nicht möglich. „Wir hatten es anders geplant, wollten allen einen besonderen Empfang mit Musik bereiten. Aber wegen der Corona-Lage haben wir jetzt doch darauf verzichtet“, berichtet Ralf Lohscheller. Wenn es besser wird, könne das nachgeholt werden.

Ein buntes Willkommensbanner empfängt die Bewohner im Eingang des ehemaligen St. Vinzenz-Krankenhauses. Wegen der Corona-Pandemie gab es zur Begrüßung allerdings keine Musik.
Ein buntes Willkommensbanner empfängt die Bewohner im Eingang des ehemaligen St.-Vinzenz-Krankenhauses. Wegen der Corona-Pandemie gab es zur Begrüßung allerdings keine Musik. © Goor-Schotten, Hilde

Dann werden auch die letzten kleinen Restarbeiten erledigt sein. Wichtig war Lohscheller wie Petra Winkler, dass zunächst mit der Versorgung der Bewohner alles reibungslos funktioniert. Beide sind dankbar, dass die Zusammenarbeit sowohl in den internen Teams als auch mit der behördlichen Seite und mit der Spedition Schlotmann so gut geklappt hat. Das scheinen die Senioren auch so zu sehen: Bei den „Schlotmännern“ haben sich einige am Montag mit einer Karte ausdrücklich bedankt.

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