Wieder Ärger auf dem Friedhof: Bürger beklagt "desolaten Zustand"

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Ziemlich zugewuchert ist der Friedhof.

Altena – Leere Wassertonnen und überwucherte Wiesen und Wege: Viele Bürger ärgert der Zustand des Friedhofs im Mühlendorf gewaltig. Die zuständige Kirchenvertreterin kann die Klagen nicht mehr hören.

„Ich kann es einfach nicht mehr hören!“ Karin Thomas, Kirchmeisterin für Bauangelegenheiten der Evangelischen Kirche Altena, klingt gereizt. Was die Presbyterin aufregt, ist einmal mehr Kritik am Pflegezustand der Friedhöfe im Mühlendorf. 

Nicht nur sie ist genervt: „Obwohl das AK vor einiger Zeit auf die Missstände dort hingewiesen hat, hat sich nichts geändert“, empört sich ein Leser in einer E-Mail ans AK. Der Mann, der anonym bleiben möchte, schreibt von „desolaten Zuständen“, insbesondere auf dem alten reformierten Friedhof am Gehegden Weg. 

„Es gibt nur eine Wasserversorgung über eine unten im Gelände gelegene Zapfstelle. Für Personen, die oben ihre Angehörigen begraben haben, ist das ein Fluch. Die meisten, die dort ihre Gräber pflegen, sind schon älter. Das ist ein Schlag ins Gesicht.“ 

Wassertonne bleibt leer

Und der Mann legt nach: „Kürzlich wurde auf dem alten, reformierten Friedhof eine Wassertonne aufgestellt. Doch befüllt wird sie nicht, da sie defekt ist. Gerade bei dieser Hitze ist das doch ein Witz. 

Zudem muss ich aufpassen, bei den unzähligen Löchern in den Wegen und umgekippten, überwuchernden Gräbereinfassungen, nicht zu stürzen.“ 

Für Karin Thomas ist der Zustand der drei Friedhöfe in Trägerschaft der Evangelischen Kirche „ein Dauerthema“. Aber die Organisation der Pflege gehe kaum besser, meint sie. Das Geld sei knapp, und die Gemeinde habe zwar eine Firma mit der Pflege beauftragt, doch sei die mit der Betreuung von drei Friedhöfen im Stadtgebiet einfach sehr stark gefordert. 

Extrem viel Arbeit

„Ich kann nur allen Kritikern versichern: Wir bleiben dran. So gibt es von mir die Vorgaben, im Mühlendorf alle Rasenflächen von oben nach unten zu mähen oder umgekehrt. Aber, kaum sind die Gärtner fertig, ist alles schon wieder kniehoch zugewachsen. Das ist und bleibt vom Frühjahr bis zum Herbst ein arbeitsintensives Problem. Da gibt es gar keine Diskussion.“ 

Dem mit der Pflege beauftragten Unternehmen stellt Thomas dennoch ein gutes Zeugnis aus. „Alle sind fleißig. Die tun was. Wir stehen in ständigem Dialog. Mehr geht einfach nicht unter den gegebenen Umständen.“ Die Zeit, als der hauptamtlich von der Kirche angestellte Gärtner Axel Ossenberg noch tätig war, ist viele Jahre vorbei. 

Bürger sollen helfen

„Ich würde mir einfach wünschen, dass auch einmal ein Bürger oder Gemeindeglied mithelfen würde bei der Pflege statt immer nur Kritik zu äußern“, sagt Thomas. „Auch ich werde immer wieder beim Gang durch die Stadt in dieser Angelegenheit mit teils sehr unsachlicher Kritik konfrontiert.“ 

Ihr bereits vor Jahren an das Verantwortungsgefühl der Altenaer gerichteter Appell, sich doch für pflegerische Tätigkeiten ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen, verhallte ungehört. Sie habe auch nicht damit gerechnet, dass sich jemand angesprochen fühle, sagte sie ein wenig resigniert.

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