Theater Auf Draht: tolle Erstvorstellung

Die Politiker bleiben nicht lange unter sich. ▪

ALTENA ▪ Lang anhaltender, lautstarker Applaus und jede Menge Begeisterungsrufe. Das ist das, was man sich als Bühnendarsteller wünscht. Das Ensemble des Freien Theaters „Auf Draht“ jedenfalls konnte sich am Freitagabend über mangelnde Beifallskundgebungen nicht beschweren.

Ganz im Gegenteil. Die Laienschauspieler feierten im „Haus Lennestein“ Premiere mit ihrem diesjährigen Stück, „Verzeihung, Herr Premierminister“ aus der Feder von Edward Taylor und John Graham.

Ein Stück, das die Zuschauer den Leidensweg des ersten Mannes in Großbritannien ein Stück weit begleiten lässt. Denn der Premier Venables (Thomas Gries) ist den weltlichen Lastern wie dem Rauchen und dem Whiskykonsum keineswegs abgeneigt. Sein politischer Gegner, Schatzkanzler Cramond (Dietmar Vogt) ist ein Puritaner reinsten Wassers und als Asket bekannt.

Beide holt die Vergangenheit ein. Da erscheint zunächst eine junge, gut aussehende Dame (Katharina Wolfinger). Beide Politiker wissen zunächst nicht wirklich, wer sie ist und was sie will. Die Mutter (Ulrike Vogt) der jungen Dame versucht, etwas Licht in das Dunkel zu bringen, erleidet aber zunächst einmal Schiffbruch. Treu an der Seite des Premiers steht Rodney Campbell (Jens Weihl), der Parlamentarische Staatssekretär.

Die Situationen, in die er gerät, entziehen sich zunächst einmal seiner Auffassungsgabe. In Bedrängnis gerät er durch die Sekretärin des Schatzkanzlers (Jessica Reinhardt), die ihm das letzte Bisschen des noch verbliebenen Verstandes raubt. Hinzu kommt noch die Ehefrau des Premiers (Heike Mayweg), die die Situation nicht überblickt.. Für Tumult und Aufregung sorgt dann noch eine Journalistin (Sabine Marzineak), die eine „Hammer-Story“ wittert.

Und wie ein roter Faden zog sich bei der Aufführung ein rotes Kleid durch das Stück. Doch was das nun wieder mit dem Ablauf der Vorstellung zu tun hat, muss der geneigte Zuschauer schon selbst herausfinden. Das alles sind die besten Zutaten für eine spritzige und witzige Farce. Verwechslungen, Missverständnisse, Intrigen und mehr oder weniger verhinderte, zwischenmenschliche Beziehungen ohne Ende. Das Ensemble „Auf Draht“ schaffte es auch mit der diesjährigen Produktion, sein Publikum zu begeistern. Dazu Anna Schapendonk, eine der Besucherinnnen: „Super. Das Beste, was ich seit langem gesehen habe.“ Ursula Kock äusserte sich ähnlich: „Es war klasse“. Und sie fügte schmunzelnd hinzu: „Fast wie im richtigen Leben“.

Das Ensemble glänzte mit seiner Aufführung auch in diesem Jahr. Die schauspielerischen Leistungen waren perfekt. Die Schauspieler, so konnte man es zumindest der Reaktion des Publikums entnehmen, brillierten wieder einmal. Das zeigte insbesondere der mehrere Minuten andauernde Schlussapplaus und die Begeisterungsrufe. Folgevorstellungen gibt es am 9., 10., 14. und 16. März. Es gibt allerdings nicht viele Karten. Sein Glück kann man im Café Merz, der Buchhandlung Katerlöh, dem Haus Lennestein und dem Versicherungsbüro Vogt versuchen. Der Rat Anna Schapendonks: „Der Besuch ist absolut empfehlenswert.“ ▪ Von Hartwig Bröer

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