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Wichtigste Drahtmesse auf der Welt: Firmen im MK hängen in der Warteschleife

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Lüling ist nur eine von vielen Drahtfirmen aus Altena, die immer zur Wire fahren.
Lüling ist nur eine von vielen Drahtfirmen aus Altena und dem MK, die immer zur Wire fahren. © MZV

Die Wire ist die wichtigste Weltmesse der Drahtbranche. 2020 fiel sie wegen Corona aus, 2022 soll sie stattfinden. Die Drahtfirmen im MK schwanken zwischen Vorfreude und Skepsis.

Altena/Nachrodt – Erst verschoben, dann abgesagt – 2020 ist die Wire in Düsseldorf ausgefallen. Fast vier Jahre ist es damit her, dass sich Anbieter und Kunden auf der weltweit führenden Messe für die Draht- und Kabelindustrie persönlich begegnen konnten. Jetzt soll die Messe vom 9. bis 13. Mai 2022 stattfinden.

Für die Branche ist die Wire ein Pflichttermin. Auch die Unternehmen in Altena haben die Möglichkeit der direkten Kontaktpflege gerne genutzt und zuletzt vermisst. Ob es in fünf Monaten wieder dazu kommen wird? „Ich würde mir sehr wünschen, dass sie stattfindet. Aber ich bin doch noch unsicher“, sagt Lüling-Geschäftsführer Christian von der Crone.

11 Aussteller aus Altena und Nachrodt aktuell dabei

Auch Markus Giese, Geschäftsführer der Künne-Gruppe, zu der das Drahtwerk Wagener gehört, ist mittlerweile skeptisch: „Vor wenigen Wochen war ich noch relativ zuversichtlich, dass es eine ordentliche Veranstaltung geben wird. Jetzt gibt es doch viele Fragen.“

Nichtsdestotrotz steht der Ausstellerkatalog für den anstehenden Termin im Mai. Elf Aussteller aus Altena und Nachrodt sind darauf gelistet, aus dem weiteren Märkischen Kreis kommen noch einmal rund 15 dazu. Die Planungen in den Unternehmen sind angelaufen, Parkplatz- und Ausstellerausweise bestellt, Hotelzimmer organisiert.

Pläne für Teilnahme von 2020 anpassen

Bei Fr. und H. Lüling musste man umschwenken. „Wir haben immer Übernachtungen auf den Hotelschiffen gebucht. Das war etwas Besonderes“, berichtet von der Crone. „Da die Messe jetzt im Mai statt im April stattfindet und die Schiffe dann schon wieder auf dem Rhein unterwegs sind, geht das nicht.“

Ansonsten kann die Firma Lüling – wie andere Unternehmen auch – die Standplanung von 2020 aus der Schublade holen und anpassen. Insbesondere was die Hygieneregeln angeht, muss man abwarten. „Aktuell dürften wir an unserem Stand vier Personen haben, zwei aus dem Unternehmen, zwei Besucher“, sagt von der Crone.

Besucher aus dem Ausland für Drahtfirmen wichtig

Ob sich die Wire, wenn sie denn läuft, dann wirklich lohnen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Auf der Messe trifft sich die Drahtwelt – normalerweise. Rund 1400 Aussteller sind angemeldet, die zuletzt über 70 000 Besucher der Wire und der parallel laufenden Tube kamen aus 130 Ländern.

„Es ist vor allem eine Kontaktmesse, wo man Bekannte trifft und Kommunikation auf der Entscheiderebene stattfindet“, erklärt Giese. Von der Crone sieht das ähnlich: „Für uns ist die Messe stark geprägt von den Besuchern aus dem Ausland. Kommen sie nicht, macht es nicht so viel Sinn.“ Auch für Juwelier Betzler-Hüttemeister, ebenfalls bei der Wire für Mai angemeldet, zählen die internationalen Kontakte.

Face-to-face-Austausch erwünscht

Gerade in dem Punkt ist man sich aber einig: Die Besucher aus China werden sicher ausbleiben. Und die aus Vorderasien, Nahost, Amerika, Mexiko? Noch sind bei den Ausstellern 14 aus China im Katalog zu finden, 115 aus Indien, 74 aus den USA, 313 aus Italien, 132 aus der Türkei. „Es wird eine europäische Messe werden“, ist Stefan Skudlapski vom Netzwerk Draht überzeugt. „Die Mitteleuropäer werden vermutlich kurzfristig entscheiden, nach Düsseldorf zu kommen.“

Am Gemeinschaftsstand des Vereins wollen aktuell elf Aussteller präsent sein. „Viele wünschen sich den face-to-face-Austausch. Es wird einen Schub geben“, hofft Skudlapski, auch wenn man die Zahlen von 2018 nicht erreichen werde.

Hoffnung aufs Impfen und Sommer

Er zieht aus der Pandemie-Entwicklung der vergangenen zwei Jahre etwas Zuversicht: Ende April sei die Inzidenz immer runter gegangen und im Mai jeweils ein einigermaßen akzeptables Niveau erreicht gewesen. Dazu die hohe Impfquote: „Das lässt bei mir im Hinterkopf ein Bild entstehen, das nicht ganz so schwarz aussieht.“ Und etwas Positives habe das ja auch: „Es wird alles etwas entzerrt. Man wird mehr Zeit für die Interessenten haben.“

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