Wertvolle Unbekannte

So einzigartig wie die Silhouette der Burg auf dem Klusenberg ist auch die Altenaer Parkmünze.

ALTENA ▪ Was wiegt zwölf Gramm, hat drei Zentimeter Durchmesser und schimmert goldgelb-messingfarben? Die Altenaer Parkmünze. Von diesem nützlichen Taler gibt es stattliche 10 000 Stück – und doch haben ihn viele Altenaer noch nie zu Gesicht bekommen.

Die Idee wurde im Jahr 2001 im Rahmen von Überlegungen zum Parkraumbewirtschaftungskonzept geboren, in bare Münze umgesetzt wurde sie dann 2002. Fachbereichsleiter Willi Beckmerhagen erinnert sich noch gut an die Geburtsstunde des runden Helferleins: Die Firma VDM konnte als Sponsor gewonnen werden und lieferte die Rohlinge in einer speziellen Legierung. Die Südeutsche Münzprägeanstalt übernahm dann die Herstellung. „Das war ein Novum in Südwestfalen“, beschreibt Beckmerhagen die Einführung. Seither steht die Parkmünze Einzelhändlern und Gewerbetreibenden, Ärzten, Apotheken und Banken zur Verfügung. Sie erhalten damit die Möglichkeit, ihren Kunden etwas Zeit zu schenken: Parkzeit. Die Altena-Münze hat am Parkautomaten einen Gegenwert von 50 Cent, wofür der Altenaer sein Auto eine Stunde und 15 Minuten abstellen kann.

Heute bringt die Stadtverwaltung jährlich rund 4 500 dieser Münzen in den Verkehr, berichtet Tanja Kämpfer, Mitarbeiterin des Ordnungsamtes. Ihr Vorgesetzter erinnert sich auch an andere Zeiten, als deutlich mehr der Parktaler ausgegeben wurden: „Anfangs haben wir damit einen Riesenumsatz gemacht. Dann ist das leider etwas eingeschlafen.“

Der Clou an der Sache: Wenn ein Händler oder Gewerbetreibender die Münzen kauft, bezahlt er pro Stück 25 Cent. Den Rest zum Gegenwert von 50 Cent legt die Stadt dazu. „Das ist ein Bonbon für die Kunden“, sagt Willi Beckmerhagen über den Sinn der Parkmünzen. Sie seien damit natürlich ein Anreiz für‘s Wiederkommen. Die finanzielle Belastung des Händlers sei zudem vergleichsweise gering. „Das ist, als ob er drei Prozent Skonto gibt.“

Am Rücklauf der Münzen in die Parkautomaten ist dann zu erkennen, dass der Einsatzschwerpunkt ganz klar in der Innenstadt, zum Beispiel an der Lenneuferstraße, liegt. „An der Gerichtsstraße oder am Krankenhaus tauchen nur wenige wieder auf“, berichtet Tanja Kämpfer. ▪ Thomas Keim

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