Werkstatt-Stipendiatin nimmt ihre Arbeit auf

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Nadine Fiedler zeichnet mit Tusche und Feder oder dem Gelstift.

ALTENA - Für Nadine Fiedler hat jedes „Bild eine eigene Realität!“ Deshalb bildet die neue Stipendiatin der Werkstatt Altena e.V. auch nicht die Wirklichkeit zeichnerisch ab, sie setzt eher auf Abstraktion. „Mir ist wichtig, dass der Betrachter meiner Werke sich seine eigenen Vorstellungen macht.“ So habe jedes Bild „eine eigene Realität“, sagt die 28-Jährige.

Sie studierte bis zum vergangenen Herbst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und schloss den Studiengang mit der Diplom-Prüfung im Fach „Bildende Kunst“ erfolgreich ab. „Jetzt bin ich also eine freischaffende Künstlerin“, sagt die junge Frau.

Freischaffend – das sei schon ein hartes Brot räumt die gebürtige Freiburgerin ein und gibt zu, „davon kann ich noch nicht leben.“ Deshalb

hat sie neben ihrem Studium in Stuttgart „regelmäßig gejobbt“. Das sei stressig gewesen, hätte andererseits aber immer wieder dazu geführt, die Sinne und das Aufnahmevermögen in Richtung Kunst neu zu schärfen.

Tusche und Feder, aber auch der Gelstift, eine Art Kugelschreiber mit Ball vorne in der Spitze, sind die Hilfsmittel, mit denen Nadine Fiedler „bevorzugt arbeitet.“ Sie lasse sich „vielfach inspirieren“, sagt sie und habe im Kopf keine Grenzen, was Form und Farben angehe. Anregungen finde sie in Fotos, auf alten Postkarten, manchmal auch in Büchern oder beim Stöbern in Second-Hand-Läden.

Die junge Frau ist dankbar, dass ihr die Werkstatt Altena die Chance gibt, im kommenden Halbjahr ohne finanzielle Probleme arbeiten zu können. Und sie nimmt ihre Wohnung in der Burgstadt. Sie wird im Tiergarten wohnen – dort, wo auch schon Vorgängerin Ramona Czygan auf Zeit zu Hause war.

Altena, diese Stadt und Südwestfalen habe sie vor der Bewerbung um das Stipendium „nicht gekannt.“ Doch die Stadt gefällt ihr und der Menschenschlag. „Ich habe die Erfahrung gemacht, alle sind sehr freundlich.“ Das erleichtere vieles. Vorgaben, wie sie zu arbeiten hat, gibt es von Seiten der Werkstatt nicht. Außer: Dass sie zum Jahresende eine Ausstellung mit möglichst in Altena entstandenen Werken im Haus Köster Emden präsentieren soll.

„Ich bin ganz sicher ganz oft im Kutscherhäuschen“, sagt Nadine Fiedler und lädt Altenaer herzlich ein, „einfach mal zu klingeln und vorbeizuschauen.“ Gespräche, der Kontakt eben, seien ihr wichtig. „Ich habe keine Berührungsängste.“

Zurück zu ihrem Stil: „Alles ist möglich“, sagt die 28-Jährige viel-deutig, obwohl sie schon einen gewissen Hang zum landschaftlichen habe. Eins verspricht sie aber allen Kunstfreunden, sie bleibe ihrer Linie treu, dass man wohl nie wirklich etwas Reales erkenne. „Ich verfremde gern. Ich bilde eben nichts ab!“

Einen Eindruck über ihre Kunst kann man auf der Internetseite http://www.nadinefiedler.de bekommen.

Johannes Bonnekoh

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