Die Ästhetik abgeformter Erdbeeren

Werkstatt-Stipendiatin Jana Mertens arbeitet mit verschiedenen Werkstoffen und formt ab, was ihr gefällt.Foto: Hornemann

Altena - Jana Mertens hat sich bereits von ihrem ersten Ausflug durch Altena etwas mitgebracht: Ein Abfallprodukt aus der Drahtzieherei Brüninghaus hat es der neuen Werkstattstipendiatin angetan. Als Bildhauerin ist die neue Werkstatt-Stipendiatin immer auf der Suche nach interessantem Arbeitsmaterial. „Ich bin überhaupt nicht festgelegt und gebe jedem Werkstoff eine Chance!“

Ob Gips, Metall oder Pappmaché - Jana Mertens hat schon vieles ausprobiert. Nur wenige kleinformatige Schaustücke konnte sie nach Altena mitnehmen, denn Halle bei Leipzig liegt nicht mal eben um die Ecke. Zum Zeigen hat die 33-Jährige aber etwas dabei: Eine in Modelliermasse abgeformte Legoskulptur zum Beispiel und kleine Muster natürlicher Strukturen wie Mais oder eine Erdbeere.

„Mit Draht muss ich unbedingt was machen“, sagt die in Gifhorn in Niedersachsen aufgewachsene Jana Mertens. Das identitätsstiftende Produkt von Altena wird bestimmt ihr Thema werden, denn wovon der Mensch in seinem Sein und Werden beeinflusst wird, das brennt Jana Mertens unter den Nägeln. „Ich bin eine Mischung aus deutschem Landei mit iranischen Wurzeln väterlicherseits. Auch meine eigene Identitätsfrage habe ich in meiner Kunst schon aufgegriffen“, schildert die Stipendiatin.

Aktuell sieht sie sich im Sauerland um. Seit wenigen Tagen steht ihr ein Fahrrad zur Verfügung, mit dem sie entlang der Lenne bereits zwischen Altena und Nachrodt hin- und hergependelt ist. In der Nachbarkommune hat sie eine Gießerei entdeckt, wo sie demnächst eine Nutzungsanfrage stellen möchte. Auch eine Firma, wo sie schweißen könnte, will Jana Mertens suchen und ist ganz zuversichtlich: „Die Werkstatt ist gut vernetzt, da werde ich bestimmt was finden!“

Altenas Kulturbetrieb gefällt Jana Mertens gut. Im Kulturring-Angebot hat sie den Garten der Geschichte entdeckt, den sie auf jeden Fall besuchen möchte. Inspiriert von den Einflüssen der Weltgeschichte auf die Kleinstadt Altena geht’s auf ins Atelier in der Lennestraße. Dessen Tür soll immer auf sein, denn Publikumsverkehr ist Jana Mertens wichtig.

„Ich hatte noch nie eine Werkstatt, in der ich allein arbeiten konnte“, berichtet sie. Bislang wirkte sie in Gemeinschaftsateliers mit, auch um des Austauschs wegen. „Ich hoffe, dass mich der ein oder andere Passant mal besucht, sich meine Arbeit ansieht, sich mit mir unterhält.“

Die Künstlerin kann und möchte schließlich was zeigen. „Im digitalisierten Zeitalter kann auch ein Bildhauer auf das physische Arbeiten verzichten, aber das ist nicht mein Ding. Es gibt so viel Material auf dieser Welt. Das muss ich nutzen!“

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