Nadine Fiedler und das „Sauerland Motel“

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Nadine Fiedler bei der Arbeit in ihrem Atelier. Es liegt im Kutscherhaus der Burg Holtzbrinck. ▪

ALTENA ▪ Ihre Gel-Stifte kauft Nadine Fiedler im Dutzend – die Packungen, wohlgemerkt, nicht die einzelnen Stifte. Da gibt es schon mal verwunderte Blicke im Geschäft, aber die neue Werkstatt-Stipendiatin steckt das souverän weg.

So, wie sie auch sonst eine gesunde Portion Selbstsicherheit an den Tag legt. Zum Beispiel auf die Frage, wie lange sie denn an einem einzelnen Bild so arbeitet: „Das dauert so lange, wie es dauert“, sagt sie mit einem Lächeln. Die sympathische junge Frau, 1985 in Freiburg geboren, arbeitet an der Vorbereitung ihrer Stipendiaten-Ausstellung, die am 5. September und damit ungewöhnlich früh im Jahr beginnt. Üblicherweise finden diese Werkschauen im Dezember statt. Die Ausstellung wird den Titel „Sauerland Motel (A.-Wf.)“ tragen. Zwei Orte in der Burgstadt haben zweifellos eine spezielle Bedeutung für die junge Künstlerin. Am Küstersort steht das Kutscherhäuschen mit ihrem Atelier, und am Tiergarten hat Nadine Fiedler eine Wohnung bezogen. Hier entstand auch das Motiv für „Sauerland Motel“. Ein Bild, das die Einladungskarte für die Ausstellung in der Stadtgalerie ziert. Es basiert auf einem Foto vom Sonnenuntergang am Tiergarten, dass Fiedler mit einer ihrer Zeichnungen zu einer Collage verarbeitet hat. Der Titel erklärt sich aus der Bedeutung, die die Burgstadt für Künstlerin bekommen hat. „Es ist eine wichtige Station auf meinem Weg, wie bei einem Roadtrip“, sagt Nadine Fiedler.

Für die Arbeitsumstände in Altena hat sie im Übrigen ein großes Lob parat: „Verglichen mit anderen Stipendien ist das hier Bombe“. Sie habe Zeit, unbeeinflusst und auf sich gestellt zu arbeiten, auch mal etwas auszuprobieren. Das sei im Kunstbetrieb sonst oftmals nicht die Regel. Nadine Fiedler mag zudem die kleinstädtische Komponente an Altena. Eine Metropole wie Berlin – bei vielen jungen Künstlern „angesagt“ – ist der Stipendiatin „zu groß, zu unpersönlich“.

Als Joachim Effertz, der sich jetzt auch um die Öffentlichkeitsarbeit des Kunstfördervereins kümmert, sie fragt , wo sie sich denn in fünf Jahren sieht, muss die junge Frau nicht lange überlegen. „Ich wünsche mir, dass es mir gelingt, meine Kunst und das Geldverdienen unter einen Hut zu bringen. Also davon leben zu können, das ist mein Traum.“

Und Nadine Fiedler äußert für die Vernissage am 5. September um 19.30 Uhr noch einen weiteren Wunsch: „Dass mal Leute in die Stadtgalerie kommen, die noch nie dort waren.“ ▪ Von Thomas Keim

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