Jana Mertens endgültig in Altena angekommen

Die Künstlerin und ihr Reh: Das Grundgerüst für die Skulptur hat Jana Mertens bei Brüninghaus in der Nette zusammengeschweißt – aus Draht, versteht sich. -  Foto: Bonnekoh

Altena - Funken schlagen, es riecht verbrannt. Jana Mertens ist in ihrem Element. Vorsichtig fährt sie mit einer Flex über eine halbfeuchte Ton-Rundung und trifft auf Metall. Bereits jetzt ist an einer Art Geweih aus Styropor und den hoch stehenden Beinen erkennbar: Das wird einmal ein Reh.

Die 33-jährige Werkstatt-Stipendiatin hat die Türe zu ihrem Atelier an der Lennestraße weit offen stehen – nicht nur der frischen Luft wegen. „Jeder ist mir willkommen“, sagt die junge Frau. Aktuell arbeitet sie an vielen Dingen, darunter eben dem Reh-Objekt. Das steht auf einem Tisch und erhält letzte künstlerische Feinheiten. Eben auch mit der Flex. Dafür hat sie zuvor die nötigen, unsichtbaren Grundstrukturen, ein später nicht mehr sichtbares Haltegerüst für den Torso, geschweißt. Nicht irgendwo, „natürlich in Altena. Das Unternehmen Brüninghaus Draht aus der Nette hat mir dafür extra einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt“, schwärmt die Diplom-Künstlerin. In stundenlanger Arbeit bringt sie seitdem auf das Reh-Gerüst Ton auf und verarbeitet weitere Materialien wie Styropor, Tuch, Drahtstücke und vieles mehr.

Gleich nebenan steht auf einem Tischchen im kleinen Ladenlokal an der Lennestraße eine Büste. „Ich habe ein Mitglied des Kunstvereins porträtiert“, erklärt sie schnell. Auch dieses Projekt ist noch nicht fertig. Doch bereits jetzt absolut sehenswert: Markante Gesichtszüge. Falten. Haar. Augen und das scharfe Kinn lassen eine Zuordnung zu. Auch von diesem Objekt wird sie eine Negativform erstellen und das ganze später in Beton gießen. „Alles gibt es natürlich nur ein einziges Mal“, lässt sie keinen Zweifel an ihrem Anspruch, Unikate zu arbeiten.

Ob Gips, Metall oder Pappmaschee: Jana Mertens hat schon vieles ausprobiert und tut es weiter. Und immer ist sie auf der Suche nach Material, das sie künstlerisch verarbeiten kann. Drahtunternehmer Jochen Brüninghaus hat ihr kürzlich einen Steinkern geschenkt. Den wollte er an sich entsorgen, meinte dann aber, Künstler hätten vielfach für so bunt marmorierte Steine vielleicht noch irgendwie eine Verwendung. „Ja, habe ich“, bestätigt die in Gifhorn in Niedersachsen aufgewachsene Frau.

Spannend wird ihre Ausstellung werden, die für Ende November im Haus Köster-Emden angesetzt ist. Bis dahin hat sie noch eine Menge vor und arbeitet ganz bestimmt auch noch weiter mit Draht, dem Material aus Altena. So liegen und stehen kleine Drahtrollen-Abfälle in ihrem Atelier, die sie zu weiteren Skulpturen verarbeiten wird.

Noch einmal erneuert sie ihre Einladung an neugierige oder kunstinteressierte Altenaer, die sie bereits im Juli bei der Vorstellung durch unsere Zeitung ausgesprochen hatte: „Meine Atelier-Tür ist immer auf.“ Der Kontakt zu Menschen sei ihr wichtig und irgendwie immer auch eine Quelle der Inspiration.

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