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Abschiedsausstellung der Werkstatt-Stipendiatin Luise Talbot

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Werkstatt Altena Stipendiatin Luise Talbot bereitet Ausstellung vor
Luise Talbot in ihrem Atelier in Altena: Sofort ins Auge fallen die großen Arbeiten an der Wand, schwarz, grau, weiß. Monochrom und faszinierend. Talbot stellt ab Mittwoch, 23. November, ihre Arbeiten aus. © Goor-Schotten Hilde

Ein bisschen versteckt und dunkel ist der Weg zu Luise Talbot. Durch den Eingang der Tiefgarage im Gebäude der ehemaligen Geschäftsstelle der Deutschen Bank geht es zwei Treppen hoch. Das hat schon fast Symbolcharakter.

Altena - Die diesjährige Stipendiatin der Werkstatt Altena hatte die Jury im Frühjahr mit ihren Bildern überzeugt, in denen sie Verdecktes in den Mittelpunkt stellt. Verhüllte Objekte, die nicht erkennen lassen, was darunter steckt. Ein bisschen unheimlich, etwas schaurig, spooky.

Das Atelier, in dem die Künstlerin seit Anfang August arbeitet, ist sehr hell. Es bekommt viel Licht durch die großen Fenster.

Ganz anders als ihre bisherigen Werke

Und doch ist das Düstere nicht ganz verschwunden. Sofort ins Auge fallen die großen Arbeiten an der Wand, schwarz, grau, weiß. Monochrom und faszinierend. Und ganz anders als die Ölbilder, die sie in der Burg Holtzbrinck präsentiert hatte.

„Ich habe hier eine neue Technik ausprobiert und angefangen, mit Kohle und Graphit zu arbeiten“, sagt Luise Talbot, „ich wollte austesten, was ich mit dem neuen Medium machen kann.“

Auch die Oberflächenstruktur ändert sich

Sie ist weggegangen von den verdeckten Objekten: „Ich habe versucht, das aufzubrechen.“ In ihren neuen Bildern hat sie viele verschiedene Elemente und Ideen zusammengesetzt – anders als in den Stillleben aus Öl. „Ich finde es spannend, dass sich auch die Oberflächenstruktur ändert“, meint sie.

Das Stoffliche, das man bei der Ölmalerei noch zu spüren meint, verschwindet: „Es wird etwas ganz Neues.“ Nachvollziehen kann man diese Veränderung ab Mittwoch, 23. November, in der Abschlussausstellung, zu der die Werkstatt einlädt.

Mit der Präsentation ihrer neuen und einiger älterer Werke endet der Aufenthalt in Altena für die Stipendiatin. Es geht zurück nach Saarbrücken.

Es war eine sehr fruchtbare Zeit. Sie war sehr intensiv und hat mir viel gebracht

Luise Talbot

„Es war eine sehr fruchtbare Zeit. Sie war sehr intensiv und hat mir viel gebracht“, schaut die 34-Jährige zurück. „Wenn man etwas Neues ausprobieren möchte, ist es sehr gut, an einen Ort gehen zu können nur für die Kunst. Wenn nichts um einen herum ist, man nur arbeiten kann, ist das ein glücklicher Zeitpunkt dafür“, ist sie dankbar für das Werkstatt-Stipendium, das ihr dies ermöglicht hat.

Genossen hat sie es, aus der Großstadt ins kleine, ruhigere Altena zu kommen und mit offenem Blick Neues zu sehen. „Ich bin viel unterwegs, fotografiere viel und habe neue Impulse und Assoziationen gewonnen“, erzählt sie. Sie lebe schon lange in Saarbrücken, dort sei ihr alles bekannt, oft auch einfach zu viel. Mit Kohle und Graphit hätte sie auch dort angefangen zu arbeiten, aber: „Es wäre anders gewesen.“ Oft habe sie schon den Atelierplatz gewechselt. „Durch den neuen Raum hat es immer eine Veränderung gegeben. Es bringt mich jedes Mal ein Stück weiter“, sagt Talbot.

Anfangs afrikanische Sprachen studiert

Ursprünglich hat sie Afrikanische Sprachen, Literaturen und Kunst in Bayreuth studiert. Schon während des zweiten Semesters kam sie aber in Kontakt zu Künstlern, die ihr einen neuen Zugang zu zeitgenössischer Kunst eröffneten und Parallelen zu den vielen Ideen in ihrem Kopf aufzeigten. Sie schloss ein Studium in Freier Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar an. Was die junge Frau schon immer begleitete und auch als Thema in ihrer Bachelorarbeit auftauchte, sind Mysterien und Horror. „Schon als Kind haben mich in der Dämmerung die dunklen Jacken und Schatten an der Wand beschäftigt. Das war faszinierend, aber auch ein bisschen gruselig“, erklärt sie. Dieses Gefühl versuche sie umzusetzen.

Den Weg, den sie in Altena dafür beschritten hat, wird sie weitergehen. Die nächsten Bilder hat sie schon im Kopf. Schön fände sie es, wenn sie in der Zukunft wieder mal die Gelegenheit hätte, nach Altena zu kommen oder sogar noch einmal auszustellen. Bemerkenswert fand sie auch die Menschen, die sie kennengelernt hat. „Sie sind sehr interessiert an Kultur. Schon allein, dass es das Stipendium so viele Jahre gibt, ist toll“, sagt Luise Talbot: „Ich finde es beeindruckend, dass sie sich so für das engagieren, was ihnen wichtig ist.“

Ausstellungstermine

Unter dem Titel „Somnium“ wird die Abschlussausstellung von Luise Talbot am Mittwoch 23. November um 19 Uhr in der Lennestr. 57 eröffnet. Zu sehen ist sie bis zum 27. November, Donnerstag bis Samstag 15 bis 20 Uhr, Sonntag 11-13 Uhr.

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