Neuer Stipendiat gekürt

Dieser Künstler bereichert Altena

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Der Sieger und sein Kunstwerk.

Altena – Der Kunstförderverein hat einen neuen Stipendiaten gekürt, der ein halbes Jahr in Altena lebt und arbeitet. Der  "Neue" passt besonders gut zu Altena - das ist der Grund.

Der nächste Stipendiat des Kunstfördervereins Werkstatt Altena ist in der Burgstadt bestens aufgehoben: Vincent Musial bewarb sich mit Skulpturen aus Draht. Das gefiel der Jury, die ihn mit großer Mehrheit zum Stipendiaten für das Jahr 2019 wählte.

 Er wird im Sommer nach Altena ziehen, wo ihm sechs Monate lang eine Wohnung und ein Atelier zur Verfügung stehen. Außerdem erhält er für seinen Lebensunterhalt einen Zuschuss von 700 Euro pro Monat. 

„Altena ist für mich ein Traum“, sagte Musial während seiner Vorstellung und meinte damit nicht nur die Tatsache, dass hier an Draht kein Mangel besteht. Er wandert auch gerne und freut sich außerdem darauf, endlich mehr Zeit für seine Kunst zu haben. Bisher kann er davon nicht leben und muss nebenbei arbeiten. 

26 Bewerber

26 Künstler bewarben sich für das Stipendium. In einer Vorentscheidung suchte die Jury des Kunstfördervereins drei Kandidaten für die Endauswahl aus. Neben Musial waren am Dienstagabend auch Viola Große und Daniel von Bothmer nach Altena gekommen. 

Favorisiert hatte die Jury zunächst noch Olga Goloshchapova, die ihre Bewerbung aber wegen eines Auslandsaufenthaltes zurückziehen musste. 

Drei Finalisten, drei völlig unterschiedliche Künstler

Damit hatte die Werkstatt die Auswahl unter drei sehr unterschiedlichen Künstlern. Klassisch kamen die Werke von Viola Große daher: Aquarelle und Bilder in Acryl, fast ausschließlich Landschaftsmotive.„Ich liebe die Natur“, sagte die junge Frau aus Radebeul bei Dresden und gab an, nichts anderes machen zu wollen – nicht unbedingt eine gute Voraussetzung für das Stipendium, das erklärtermaßen jungen Menschen die künstlerische Weiterentwicklung ermöglichen soll. 

Kunst von Daniel von Bothmer braucht Platz. Er schafft Rauminstallationen und kombiniert dabei am PC komponierte und ausgedruckte Bilder mit Plastiken, Musik und Texten. Die vergangenen Monate verbachte er in der Künstlerstadt Willingshausen im Schwalm-Eder-Kreis, wo seit Anfang Mai ein von ihm gestalteter Raum gezeigt wird. 

Erinnerung an Bärchenwurst

Im Mittelpunkt steht ein riesiges, aufblasbares und knallbuntes Pferd – sehr erkennbar ein Hengst – das nach von Bothmers Entwurf in China produziert wurde. Obendrauf hocken zwei Bärchen – eine Reminiszenz an Bärchenwurst, wie von Bothmer erklärte. Denn: „Im Schwalm-Eder-Kreis essen echt alle permanent Wurst.“ 

Vincent Musials Werke sind das Gegenteil: sehr filigran, sehr detailverliebt. Das gilt nicht nur für seine Drahtplastiken, sondern auch für Bilder, die er der Jury zeigte und die höchst akkurat mit Bleistift und Kugelschreiber gezeichnet wurden. „Fast schon ein Leonardo da Vinci“, sagte Jury-Mitglied Ingeborg Becker erstaunt. 

Bei den Skulpturen handelt es sich um Fraktalen. Das bedeutet, dass sich darin bestimmte geometrische Formen, wie zum Beispiel eiförmige Ovoide, immer und immer wieder wiederholen. Bis zu fünf Monate Arbeit steckten in einem solchen Werk, erklärte Musial den sichtlich beeindruckten Mitgliedern der Werkstatt, die dann auch mit deutlicher Mehrheit beschlossen, ihm das nächste Stipendium zukommen zu lassen.

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