Werkstatt Altena hat neue Stipendiatin

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Arbeitet in Altena Anastasiya Nesterova.

ALTENA - Neues Leben im historischen Kutscherhaus. In diesen Tagen hat Anastasiya Nesterova ihre Arbeit als Stipendiatin der Werkstatt Altena aufgenommen.

Die Ukrainerin ist Jahrgang 1979 und lebt seit acht Jahren in Deutschland. Die Tochter einer Malerin und eines U-Boot-Kommandanten kam in Sewastopol auf der Halbinsel Krim am Schwarzen Meer zur Welt und hat zunächst ein Kunststudium in Odessa und schließlich ein Studium als Illustratorin und Druckgrafikerin bei Professor Wolfgang Troschke in Münster abgeschlossen. Zur Zeit arbeitet sie in einem Druckgrafik-Altelier.

Ihr Arbeitsschwerpunkt während ihres sechsmonatigen Aufenthaltes an der Lenne soll auf der ganzen Bandbreite der Druckgrafik liegen. Anastasiya Nesterova wird Künstlerbücher fertigen und auch ein Mappenwerk anlegen. Dabei lässt sie sich künstlerisch vom Alltag der Menschen, inspirieren. „Sie ist jetzt auf der Bahnhofstraße auf die Hochspannungsleitungen zur Burg Altena aufmerksam geworden“, berichten Matthias Rüth, Vorsitzender der Werkstatt Altena und sein Öffentlichkeitsarbeiter Heinz Wagener. Und? – „Einige ihrer ersten Arbeiten, die am Ort entstanden, sind Stromlinien, eben diesen Hochspannungsleitungen nachempfunden.“

Anastasiya Nesterova zeichnet auf Papier und Stein, kratzt auf Metall, schneidet in Holz. Die großen Strukturen und starken Kontraste des Holzschnitts, der raue, ursprüngliche Charakter des natürlichen Materials sind für sie wie geschaffen, um in kräftigen absurd-komischen Bildern zum Beispiel die satirischen Bücher von Autoren wie dem russischen Dadaisten Daniil Charms zu illustrieren und in aufwendig handgefertigte Künstlerbücher umzusetzen. Daneben entstehen aber auch zarte Farbexperimente und filigrane Radierungen, Siebdrucke, Zeichnungen und Lithographien. „Jeder in Deutschland kennt Dostojewski und Tolstoi. Ich möchte den Menschen auch Autoren wie Michail Bulgakow näher bringen.“

Matthias Rüth und seinem Verein lagen für das diesjährige Werkstatt-Stipendium 40 Bewerbungen vor. „Wir haben uns für Anastasiya Nesterova entschieden, weil wir glauben, dass sie gut zu uns passt.“ Daneben habe die persönliche Vorstellung, ihre Vita mit dutzenden von Ausstellungen und weiteren, bereits absolvierten Stipendien im In- und Ausland, den Ausschlag gegeben.

Anastasiya Nesterova wohnt während ihres Stipendiums bei einer Familie am Ort. Sie suche bewusst den Kontakt, die Inspiration vor Ort. Sie wird in der Stadtgalerie ausstellen.

von Johannes Bonnekoh

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