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120 Stahlträger sichern die B 236

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Von: Thomas Bender

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Sicherung Gasrohre B 236 Altena Buchholz
Kurz vor Weihnachten erfolgten die letzten Arbeiten an der B 236. Seitdem ruht die Baustelle. © Heyn, Volker

Endlich: Der Auftrag für den Bau einer Stützmauer zwischen der Werdohler Straße (B236) und dem Obergraben des Wasserkraftwerks Schwarzenstein ist vergeben. Das bedeutet aber nicht, dass ein schnelles Ende der halbseitigen Sperrung in Sicht ist. Straßen.NRW rechnet mit 15 Monaten Bauzeit – „wenn alles gut geht“, wie Pressesprecher Andreas Berg meint.

Vor weit mehr als 100 Jahren ließ das Unternehmen Basse und Selve in Höhe der Gaststätte Otlinghaus ein Wehr errichten. Das dort aufgestaute Wasser wurde über einen Obergraben ins Werk Schwarzenstein geleitet. Dieser Obergraben lag am Fuße einer sehr steilen und hohen Böschung unterhalb der Chaussee nach Werdohl.

Kraftwerk existiert seit über 100 Jahren

Basse und Selve ist Geschichte, die Turbine gibt es bis heute – ein Investor produziert dort Strom für das öffentliche Netz. Über die einst für Pferdefuhrwerke gebaute Landstraße rollen heute schwere 40-Tonner – eine erhebliche Belastung für die steile Böschung, die sich am 14. Juli 2021 rächen sollte: Aus Richtung Buchholz kommende Sturzbäche rissen während der Hochwasserkatastrophe an mehreren Stellen Straße und Böschung mit sich und legten zu allem Überfluss an zwei Stellen auch eine Ferngasleitung von Open Grid Europe frei.

Die Konsequenz war zunächst eine Vollsperrung, die fast ein halbes Jahr dauern sollte. In dieser Zeit wurden die Stellen, an denen die Gasleitung freilag, mit großen Betonsteinen gesichert und dann die Rohre der Gasleitung erneuert. Dazu musste der Obergraben abgelassen werden, das Wasserkraftwerk Schwarzenstein erzeugt seitdem nur noch einen Bruchteil der bisherigen Energie.

Volldampf nach der A 45-Sperrung

Nach der Sperrung der A45-Rahmedetalbrücke im Dezember 2021 und dem damit verbundenen Verkehrskollaps in der Region wurde im Lennetal mächtig Gas gegeben, um die Bundesstraße wenigstens halbseitig befahrbar zu machen. Das gelang noch vor Weihnachten, seitdem regeln Ampeln den Verkehr. Das funktioniert ganz gut, es gibt praktisch nie größere Wartezeiten an der rund 500 Meter langen Baustelle.

Seit der teilweisen Freigabe vor fast zehn Monaten ist an der Werdohler Straße so gut wie gar nichts mehr passiert, was mehrere Gründe hatte: Zum einen musste geklärt werden, wie genau die Sicherung der Straße erfolgen soll, dann musste der Besitzer des Wehrs sein Einverständnis geben und zu guter Letzt mussten die Arbeiten auch noch ausgeschrieben werden.

Drei Millionen Euro Baukosten

Das alles ist inzwischen erfolgt, in der vergangenen Woche wurde der Auftrag vergeben – was aber nicht heißt, dass es jetzt sofort losgeht. Gebaut wird nämlich in Anlehnung an den sogenannten „Berliner Verbau“, mit dem eigentlich Baugruben vor-übergehend gesichert werden. Dazu werden Stahlträger in die Erde gerammt, die dann massive Holzbohlen halten. Weil es in Altena allerdings nicht um eine vorübergehende, sondern eine möglichst dauerhafte Lösung geht, werden statt der Holz- langlebigere Betonbohlen verwendet.

Andreas Berg, Sprecher von Straßen.NRW, verdeutlich die Dimensionen dieser Baustelle: „Es werden rund 120 Stahlträger versenkt. Die müssen statisch berechnet und dann angefertigt werden“. Das hat seinen Preis, und das in doppelter Hinsicht: Straßen NRW geht davon aus, dass die Bauarbeiten bis 2024 dauern und rund drei Millionen Euro kosten werden.

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