„Werde Jugendfeuerwehr weiter stärken“

Alexander Grass mit seinem Vorgänger im Amt, Ulrich Moldenhauer.

ALTENA - Wenn man jemanden kennt, der wieder jemanden kennt und immer wieder angesprochen wird, „Mensch, mach doch mit!“, kommt man(n) irgendwann zur Feuerwehr. Klingt salopp  – ist bei Alexander Grass aber so ähnlich gewesen. Das ist lange her – genauer gesagt fast 20 Jahre. Jetzt ist der 38-Jährige Wehrführer und Stadtbrandinspektor.

Auf seinen ersten großen Brand muss der zweifache Familienvater, der am 16. Juli den Staffelstab als Wehrführer übernahm, noch warten. „Das tue ich gerne, das hat überhaupt keine Eile“, sagt er und wird ernst. Sonst ist der gebürtige Burgstädter, der noch im alten Krankenhaus an der Freiheitstraße zur Welt kam, eher eine Frohnatur. Er geht offen auf Menschen zu, lacht gern und viel und hat auch in seinem Beruf mit Menschen zu tun. Grass führt in vierter Generation den gleichnamigen Familienbetrieb als Gas-, Heizungs- und Sanitärbetrieb an der Kirchstraße.  In der Feuerwehr sei er so etwas wie ein Seiteneinsteiger, bekennt der Nachfolger von „Molli“ Ulrich Moldenhauer frank und frei. Nur sein Großvater war vor dem Krieg in der Wehr, danach nicht mehr und sonst auch niemand. Bereut hat es der Neue an der Spitze von mehr als 250 Frauen und Männern – „wir sind eine der größten Wehren im Kreis“ – aber nicht, eingetreten zu sein. Es sei der Dreiklang von Tradition, Fortschritt und Kameradschaft, der ihn gereizt habe, Feuerwehrmann zu werden. Und als er endlich, nach jahrelangem Bohren, er möge doch eintreten, auch mit seiner Frau alles klar hatte, ging es auf Lehrgänge diverser Art, bis er schließlich Zugführer war. „Wie stellst du dir denn deine weitere Zukunft bei der Wehr vor?“, habe ihn einmal Ulrich Moldenhauer bei einem Übungseinsatz bei ThyssenKrupp gefragt, erinnert sich Grass. „Da hatte ich keine Ahnung, dass er sich vorstellen konnte, dass ich ihn einmal beerben soll“, sagt er heute.

Sechs Jahre hat er nun zunächst das verantwortungsvolle Ehrenamt des Ehrenbeamten der Stadt Altena und Wehrführers „an der Backe“. Die Kameraden sprachen ihm dafür bereits im letzten Jahr einstimmig auf der Jahresdienstbesprechung in Dahle das Vertrauen aus, der Rat folgte und seine Feuerwehrtechnischen Lehrgänge befähigen ihn heute dazu.

Die Zukunft sieht der junge Wehrführer in der Jugendfeuerwehr und der weiteren, intensiven Arbeit mit jungen Leuten. „Das war bei uns wichtig und wird es immer sein.“ Ein Herzensanliegen ist ihm aber, die gute Arbeit der Wehr auf allen Ebenen fortzusetzen. „Da darf es keinen Bruch geben. Daran werde ich mit aller Kraft arbeiten.“

Dankbar ist er schon jetzt seiner Frau, die ihm „bisher und wohl auch künftig“ den Rücken freihalten wird. Denn arbeitsintensiv ist das neue Ehrenamt allemal. „Die Feuerwehr ist mein Hobby. Da gibt es aber auch noch die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft, wo ich als Zugführer Muckebeutel noch bis Herbst tätig bin und dann nur noch meine Familie, die Frau und die Kinder.“ Denen widmet sich Alexander Grass in der Freizeit und im Urlaub. Alle zieht es „gerne an die Ostsee“ oder auf „Traumschiffe“ wie die Aida. Wer Familie, Ehrenamt, das selbstständige Führen eines Unternehmens und auch das Schützenengagement vereinbaren wolle, benötige auch mal Auszeiten. Alexander Grass: „Meine Frau und ich freuen uns im Herbst auf einen Törn mit der Aida in die Karibik.“

von Johannes Bonnekoh

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