Matthias Rentrop hilft mit dem Bienengesundheitsmobil gegen Faulbrut

Wenn Bienen krank werden

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Imker Matthias Rentrop hebt den Verschluss eines Bienengesundheitsmobils an. Zwei dieser hoch technisierten Gerätschaften stehen in Altena und kommen immer dann zum Einsatz, wenn Bienen krank werden.

Altena - Bienengesundheitsmobil – diese Bezeichnung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Doch der Anhänger, mit viel Technik und Know-how ausgestattet, ist unverzichtbar, wenn Bienen krank werden.

Landesweit wurden kürzlich auf Anregung der Tierseuchenkasse und 50-prozentiger Bezuschussung durch das Umweltministerium NRW sechs solcher Mobile (Gesamtkosten 70 000 Euro) angeschafft. Zwei davon stehen in Altena und werden einsatztechnisch von Matthias Rentrop betreut. Er ist im Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker der Obmann für die Bienengesundheit. Grund für die Indienststellung ist, dass das Land Imkern bei der Bekämpfung von Bienenseuchen und Bienenkrankheiten deutlich besser helfen will als bisher.

Auf Anregung der Tierseuchenkasse NRW wurden die Mobile zum Preis von 70 000 Euro angeschafft Ihre Ausstattúng ist technisch ausgereift.

Probleme bereiten aktuell im Land etwa die Amerikanische Faulbrut, eine für Bienen hochansteckende Krankheit. „Im schlimmsten Fall rafft sie ganze Bestände dahin“, sagt Rentrop. Wenn die Amerikanische Faulbrut ausbricht, muss es schnell gehen. Dann kommt Rentrop ins Spiel, fährt vor Ort und hilft. Seine beiden Anhänger sind mit viel Technik ausgestattet. Herzstück sind große Kessel, in denen Ätznatron erhitzt werden kann. In den Laugen werden dann alle Dinge desinfiziert, die mit den gefährlichen Sporen in Berührung gekommen sind. Rentrop: „Den Kampf gegen die gefährlichen Milben kann ein Imker niemals allein gewinnen. Es sind immer viele Helfer nötig.“ Dass er helfen kann, daran lässt Rentrop keinen Zweifel. Humorig fügt er an. „Sind wir im Einsatz, machen die Bienen kurz Camping.“

Große Handschuhe gehören zur Standardausrüstung weil mit Säuren gearbeitet wird.

Sie müssen aus ihren Behausungen heraus, können aber später wieder einziehen.“ Bisher war es meistens so, dass die Behörden dafür Sorge tragen mussten, befallene Völker töten zu lassen und ihre Behausungen zu verbrennen. Matthias Rentrop: „Durch das Bienengesundheitsmobil ist das jetzt nicht mehr nötig. Oft jedenfalls.“ Laut Rentrop gibt es in NRW in diesem Sommer mehr als 110 000 Bienenvölker. Jedes einzelne hat je nach Größe und Jahreszeit zwischen 5 000 bis 50 000 Bienen.

Kurz und knapp - Fragen an den Fachmann:

Bienengesundheitsmobil steht auf dem Anhänger, der auch Altenas Straßen unterwegs ist. Angefordert werden kann er über Matthias Rentrop, Obmann für Bienengesundheit in Westfalen Lippe.

Was ist ein Bienengesundheitsmobil? Das sind Anhänger, die die Bekämpfung von Bienenseuchen unterstützen und verhindern, dass sich Bienenkrankheiten weiterverbreiten können. Wie sind sie ausgerüstet? Es gibt zwei Varianten - einmal mit 1,2 Tonnen und einmal mit 2,5 Tonnen Gesamtgewicht. Sie enthalten alle erforderlichen Geräte und Verbrauchsmaterialien, um den betroffenen Bienenstandort umfangreich seuchenhygienisch behandeln zu können. Wie viele Mobile gibt es? NRW-Landesweit sechs. Zwei davon stehen bei uns in Altena. Wird das Bienengesundheitsmobil sonst noch eingesetzt? Es dient auch der Schulung und Ausbildung von Imkern und Bienensachverständigen. Wer es haben will, sollte mich kontakten. Tel. 02352 97 88 11

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