Weniger Altenaer Grundschüler schaffen Schwimmabzeichen

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Seit der Schließung des Lehrschwimmbeckens der Grundschule Breitenhagen schaffen dort wohl erstmals viele Kinder kein Seepferdchen-Abzeichen zum Ende der Schulzeit.

Altena - Immer weniger Grundschüler können sicher schwimmen – das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor. Auch in Altena machen sich schlechte Standortvoraussetzungen an den Schulen dahingehend bemerkbar.

Laut der Forsa-Umfrage besitzen nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen ein Jugendschwimmabzeichen. Dabei sind die Schulen gesetzlich dazu verpflichtet, die Kinder im Schwimmen auszubilden. 

„Früher hatten wir das Ziel, dass Kinder nach der vierten Klasse wenigstens das Seepferdchen in der Tasche haben und sich im Wasser wohlfühlen“, sagt Jörg Schlüter, Schulleiter der Grundschule Breitenhagen. 

Neun Kinder ohne Seepferdchen

Diese Zeiten hätten sich allerdings mit der Schließung des Lehrschwimmbeckens im vergangenen Jahr geändert. „Auch damals waren zum Ende der vierten Klasse noch zwei oder drei Schüler dabei, die das Seepferdchen-Abzeichen nicht gemacht haben“, weiß Schlüter. Zur Zeit sind es im dritten Schuljahr jedoch neun Kinder – in der Grundschule können sie es auch nicht nachholen. 

Denn: Schwimmunterricht gibt es an der Grundschule Breitenhagen seitdem nur noch einmal die Woche und nur für die beiden dritten Klassen. „Wir fahren mit drei Lehrern und rund 40 Kindern in das Schwimmbad nach Dahle. Effektive Wasserzeit haben wir dann etwa für eine Stunde“, sagt Schlüter. Dort würden die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt – je nach Fähigkeiten.

"Wir können das nicht mehr so leisten"

Als es das Lehrschwimmbecken noch gab, konnte die Schule Schwimmunterricht auch außerhalb der Unterrichtszeiten anbieten. Zum Beispiel in Form einer AG. „Jetzt geht das nicht mehr – nach der dritten Klasse ist es bei uns vorbei“, weiß der Schulleiter. 

Die Eltern der Kinder habe er bereits von Anfang an darüber informiert, dass die Schule die Schwimmfähigkeiten wohl nicht mehr im nötigen Umfang vermitteln könne. Und hat damit recht behalten: „Wir können das nicht mehr so leisten. Ich habe den Eltern geraten, den Schwimmunterricht zusätzlich in andere Hände zu geben.“ 

Weniger Kinder bei Kursen

Doch im Frei- und Hallenbad Dahle macht sich davon nichts bemerkbar. „Man merkt, dass immer weniger Kinder zu den Kursen kommen“, sagt Patrice Kühnel, Fachangestellte für Bäderbetriebe. Diese werden dort für Kinder ab fünf Jahren angeboten. 

Vor einigen Jahren besuchten noch gut 15 Kinder einen Schwimmkurs. Heute seien es fünf bis maximal zehn. Trotz dieser Tendenz gebe es aber nicht mehr Badeunfälle mit Kindern, erklärt Kühnel. 

Die Gemeinschaftsgrundschule Altena war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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