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Wenige Anträge gestellt: Nun gibt‘s deutlich mehr Geld für Flutopfer in Altena

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Von: Thomas Bender

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Das große Aufräumen nach dem verheerenden Hochwasser in Altena geht weiter.
Für vom Hochwasser zerstörten Hausrat und weitere Schäden gibt es nun mehr Geld aus dem Spendetopf. © Lars Schäfer

Nur gut 40 Anträge auf Geld aus dem Spendentopf der Stadt haben Flut-Betroffene in Altena bislang gestellt. Der Topf ist mit 1,4 Millionen Euro aber sehr gut gefüllt. Nun können Geschädigte deutlich mehr Geld bekommen als bisher.

Altena – Kaum zu glauben: Das Interesse an den Spendengeldern für Flutopfer hält sich in engen Grenzen. Nur etwas mehr als 40 Anträge seien bisher gestellt worden, berichtet Anette Wesemann. Sie koordiniert die Beratung der Flutgeschädigten in der Freiheit 26.

Rund 100-mal halfen Mitarbeiter von Stadt und Kreis an der Freiheitstraße beim Ausfüllen der Anträge für die Wiederaufbauhilfe des Landes, stets wiesen sie auf die Möglichkeit hin, zusätzlich Geld aus dem mit etwa 1,4 Millionen Euro gefüllten Spendentopf bei der Stadt zu beantragen.

Maximalsumme pro Haushalt deutlich aufgestockt

Auch die rund 400 Altenaer, die unmittelbar nach der Katastrophe Soforthilfen beantragt haben, wurden entsprechend informiert. Inzwischen hat die Stadt einen Flyer drucken lassen, mit dem Betroffene ein weiteres Mal informiert werden sollen. Sie werden per Post verschickt.

Begleitet wird die Verteilung der Spenden von einer Kommission, die in der vergangenen Woche getagt hat, und dabei deutlich von ihren bisherigen Standpunkten abgerückt ist. Ihre wichtigsten Entscheidungen auf einen Blick:

. Bisher galt, dass jeder Haushalt maximal 5000 Euro aus dem Spendentopf bekommen sollte. Jetzt liegt das Limit bei 25 000 Euro. Im Einzelfall sind Härtefallregelungen möglich.

. Die Antragsfrist wurde verlängert. Bisheriger Termin war der 15. Dezember, jetzt kann man bis zum 15. Januar Spendenmittel beantragen.

. Vorgesehen war, dass jeder Haushalt sich mit 10 000 Euro beteiligen sollte. Dieser Eigenanteil wurde gestrichen.

. Wer bereits einen Antrag auf Wiederaufbauhilfe gestellt hat und dringenden Finanzbedarf hat, kann einen Abschlag von maximal 5000 Euro bekommen.

Pauschalen für Hausrat erhältlich

Noch rätselt man im Rathaus darüber, warum die Nachfrage nach den Spenden so gering ist. Er erlebe in Gesprächen mit Betroffenen immer wieder, dass sie unsicher und uninformiert seien, sagt Bürgermeister Uwe Kober. Er ermuntert Privatpersonen, Vereine und Kleingewerbetreibende, die einen Schaden durch die Flut haben, sich an Anette Wesemann zu wenden.

Stadtkämmerer Stefan Kemper glaubt, dass Flutopfer, die keine Gebäudeschäden reparieren müssen (etwa weil sie Mieter sind) mit den Wiederaufbauhilfen des Landes auskommen könnten. Für verloren gegangenen oder beschädigten Hausrat gibt es Pauschalen: Für den Haushaltsvorstand 18 500 Euro und für jedes weitere Familienmitglied 8500 Euro.

20 Prozent Eigenanteil bei staatlichen Hilfen

Hilfe aus dem Spendentopf bräuchten wohl vor allem jene, die am Grennigloher Weg, an der Grabenstraße und an den anderen Hochwasser-Hotspots wirklich kapitale Gebäudeschäden zu beklagen hätten, meint Kemper. Die Wiederaufbauhilfe des Landes zahlt 80 Prozent der Schäden, die verbleibenden 20 Prozent könnten für manchen zum Problem werden. Erklärter Wille der Spendenkommission sei es, diesen Menschen einen möglichst großen Teil ihres Eigenanteils zu erstatten.

Uwe Kober berichtet aus Gesprächen mit Betroffenen, dass denen manche Kosten noch gar nicht klar seien. So habe ihm ein Bewohner der Grabenstraße berichtet, dass er tagelang Schlamm weg gespritzt habe. Auch die damit verbundenen Kosten für Wasser und Abwasser könnten übernommen werden. DRK und Caritas hätten entsprechende Hilfsfonds, aus denen auch die oft sehr hohen Kosten für die Bautrockner beglichen werden könnten.

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