Kirche schließt Kindergarten St. Thomas Morus

Der Kindergarten St. Thomas Morus am Hegenscheider Weg schließt im kommenden Sommer seine Pforten. Der Träger begründet das mit rückläufigen Kinderzahlen und einem nicht unerheblichen Investitionsbedarf. -  Foto: Bender

Altena - Nach reiner Routine sahen die Tagesordnungspunkte der Sitzung des Jugendhilfeausschusses aus. Bis dann der Bürgermeister unter Punkt „Mitteilungen“ die Katze aus dem Sack ließ: Der St. Thomas-Morus-Kindergarten im Mühlendorf wird im Sommer 2015 geschlossen.

Als Gründe nannte Hollstein einerseits die rückläufige Kinderzahl. Während die Einrichtung 2011 noch zwei Gruppen hatte, besuchen zurzeit nur noch 16 Kinder den Kindergarten am Hegenscheider Weg, erklärte Wiebke Neumann, die beim Kindergartenzweckverband des Bistums Essen für Kommunikation zuständig ist.

Damit habe der Kindergarten eine Größe erreicht, mit der er sich nicht mehr wirtschaftlichen führen lasse. Hinzu komme, dass bei zwei Kindern feststehe, dass sie in Kürze abgemeldet würden, weil die Eltern wegziehen.

Ein weiterer Grund seien anstehende Investitionen: Sowohl die Heizung als auch der Spielplatz müssten grundlegend saniert werden – es lohne sich einfach nicht mehr, den dafür erforderlichen sechsstelligen Bereich in das Gebäude zu stecken. Es gehört, weil es Teil der ehemaligen Schlichtwohnungen war, der Stadt. Für die Investitionen wäre aber der Zweckverband als Träger zuständig.

Pfarrer Ulrich Schmalenbach berichtete dem Ausschuss gestern, dass der Zweckverband schon 2006 die Auffassung vertreten habe, dass eine der drei katholischen Einrichtungen in Altena geschlossen werden müsse. Erste Gespräche in diese Richtung habe es mit der Stadt schon Ende 2012 gegeben, ergänzte Hollstein – damals habe die Kirche sich aber „glücklicherweise“ umstimmen lassen, weil sonst die Kindergartenversorgung nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet gewesen wäre. Auch als Ende 2013 erneute Schließungsabsichten bekundet wurden, habe die Stadtverwaltung auf ein weiteres Einlenken gehofft. Es sei aber nur erreicht worden, dass die Einrichtung nicht schon in diesem Sommer, sondern erst 2015 geschlossen werde.

Einerseits seien die Gründe des Zweckverbands für ihn nachvollziehbar, sagte Hollstein den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses. Die Schließung führe auch „nicht zum Notstand“, die zehn Altenaer Kinder (vier weitere kommen aus Hemer und Nachrodt) könnten auf jeden Fall auch anderswo untergebracht werden. „Trotzdem hätten wir uns gewünscht, dort eine Dauerlösung schaffen zu können“, bedauerte der Verwaltungschef.

Nach dem Nettenscheid wird das Mühlendorf damit der zweite Stadtteil ohne Kindergarten. Die Kinder, die im kommenden Jahr wechseln müssen, sollen in der „Wunscheinrichtung“ ihrer Eltern bevorzugt aufgenommen werden, sicherte die Stadt zu. - ben.-

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