Stadtteiltreff Breitenhagen kann aber weiter genutzt werden

Zu wenig Besucher: Die Johanniter ziehen sich zurück

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Gähnende Leere – so sah es meistens aus im Johannitertreff am Breitenhagen. Die Hilfsorganistion selbst machte dort seit Jahren keine Angebote mehr, auch die Nutzung durch Dritte ging immer weiter zurück.

Altena - Dass die Johanniter diese Entscheidung nicht schon viel eher getroffen haben, hat viele gewundert: Die Hilfsorganisation hat den Mietvertrag für den Stadtteiltreff Breitenhagen zum Monatsende gekündigt. Ändern werde sich dadurch aber zunächst mal nichts, versprach gestern die Baugesellschaft.

Der Stadtteiltreff Breitenhagen geht 2006 in einem dafür umgebauten Haus an der Wilhelmstraße als Begegnungsstätte an den Start – Einbauküche und rollstuhltauglicher Fluchtweg inklusive. Schon zwei Jahre später gibt es die ersten Probleme: Die Besucherresonanz ist nicht zufriedenstellend, die Johanniter können das Angebot bei einer Raummiete von 10 Euro pro Stunde nicht kostendeckend betreiben. Versuche, den Treff attraktiver zu gestalten, scheitern.

Kostendeckend

„Die Baugesellschaft sieht das Projekt daher als gescheitert an, die Johanniter selbst suchen nach Alternativkonzepten und befragen dazu auch die Anwohner“, heißt es in der Ortschronik für das Jahr 2008. Passiert ist danach nichts – mal abgesehen davon, dass die ABG selbst ihr Büro aus dem Stadtteiltreff herauszog. 

Es sei nicht gut angenommen worden, berichtet Effertz heute. Am Bergfelder Weg 29, wo die wöchentliche Sprechstunde jetzt stattfindet, sei die Resonanz besser. Nach dem Aus des Seniorenkreises Breitenhagen Ende letzten Jahres ist die Frauenhilfe letzte regelmäßige Nutzerin der Räume. Sie könne sich auch weiterhin dort treffen, versprach ABG-Vorstand Effertz gestern.

Alles kann weiter gehen

Die Baugesellschaft plane zunächst nicht, die Räume anderweitig zu vermieten – „und solange können sie so genutzt werden wie bisher auch“. Wie es auf Dauer weitergeht, soll eine Arbeitsgruppe klären, die sich seit einiger Zeit ABG-intern mit der Situation am Breitenhagen beschäftigt. 

Die finanziellen Folgen der Kündigung halten sich übrigens in Grenzen: Die Baugesellschaft hatte den Stadtteiltreff zwar vor 13 Jahren so umgebaut und eingerichtet, wie die Johanniter das wünschten. Trotzdem musste die Organisation lediglich die Nebenkosten tragen, auf Miete verzichtete die ABG. Trotzdem sei es natürlich zu bedauern, dass es am Breitenhagen immer weniger Infrastruktur gebe, sagte Effertz gestern und verwies auf das im vergangenen Jahr erarbeitete Quartiersentwicklungskonzept für den Stadtteil, das sich auch mit diesem Thema beschäftigt.

Neue Ideen entwickeln

Die Autoren der Studie sehen Handlungsbedarf – allerdings nicht am bisherigen Standort des Stadtteiltreffs. Sie regen an, rund um Schule und Sportplatz eine Art Zentrum zu bilden – ganz so, wie es früher war. Wenn die ABG dazu beitragen könne, das umzusetzen, dann sei sie natürlich dabei, verspricht Effertz.

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