Weltklassik am Klavier: Mimi Jue Wang brilliert

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Mimi Jue Wang wurde in Altena gefeiert.

ALTENA - Bereits im vergangenen Jahr wurde Mimi Jue Wang als Prinzessin am Klavier gefeiert. Am Samstag konzertierte sie erneut in der Burg Holtzbrinck. Sie zählt zu den talentiertesten und gefragtesten Pianistinnen dieser Zeit. Dafür sprachen auch die Zuschauerzahlen: Trotz des schlechten Wetters war das Konzert gut besucht. Während sie sich im vergangenen Jahr den eher mächtigen Tönen von Beethoven widmete, überzeugte sie am Sonntag mit besinnlichen Stücken von Mozart und Chopin.

Den Auftakt machte Mozarts Rondo in a-Moll KV 511. Eigentlich galt das Rondo zu Mozarts Zeiten als heiter-unterhaltsame Gattung, doch Mozart komponierte dieses melancholische Werk 1787 auf den Tod seines Freundes, des Grafen von Hatzfeld. Gekonnt interpretierte die Chinesin das Nebeneinander von Trauer und Heiterkeit. Doch obwohl die Finger nur so über die Tasten flogen, schaffte es Wang, die eigentliche Melancholie des Werkes nie zu verlieren.

Stimmungsschwankung

. Musikalische Stimmungsschwankungen waren auch in dem folgenden Mozart Werk, der Sonate Nr. 12 in F-Dur KV 322, zu spüren. Dass für Mimi Jue Wang Klavierspielen mehr ist als nur ein Job, wurde selbst einem Laien klar: Die junge Pianistin schien sich regelrecht in ihrem Spiel zu verlieren. Während sich im Allegro unbeschwerte und heitere Momente mit energisch und geradezu impulsiven Gefühlsausbrüchen abwechselten, überzeugte sie im Adagio mit purer Romantik. Dieser konnten sich auch die sonst eher stillsitzenden Konzertbesucher nicht entziehen. Dort wurde Händchen gehalten und an anderer Stelle schmiegte sich eine Frau an die Schulter ihres Begleiters. Von alledem schien die Künstlerin nichts mit zu bekommen. Ihre Mimik und die geschlossenen Augen verrieten, dass sie gedanklich in ihrer Musik zu versinken schien.

Auch die zweite Hälft des Konzert überzeugte. In diesem Jahr hatten sich bereits viele Pianisten an Chopins Werken probiert. Dennoch schaffte es Wang Chopin noch einmal von einer ganz romantischen Seite zu präsentieren. Nach dem Konzert waren sich die Zuschauer einig: „Die Musikauswahl hätte in der festlichen und besinnlichen Adventszeit kaum besser sein können.“ Mimi Jue Wang belohnten sie mit kräftigem Applaus.

Kräftiger Applaus

Auch im kommenden Jahr wird die Reihe fortgesetzt. Am 16. Januar wird Meryem Natalie Akdenizli „Weltklassik am Klavier- in 80 Minuten durch die Epochen!“ präsentieren. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Bach, Beethoven, Liszt und Debussy.

von Lydia Machelett

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