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„Weltklassik am Klavier“ wird zu einer musikalischen Zeitreise

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Von: Monika Salzmann

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Pianistin Maria Pia Vetro aus Sizilien spielte am Sonntagnachmittag in der Burg Holtzbrinck ihr Konzert „Italienische Zeitreise zwischen anmutigen Tänzen und Belcanto!“.
Pianistin Maria Pia Vetro aus Sizilien spielte am Sonntagnachmittag in der Burg Holtzbrinck ihr Konzert „Italienische Zeitreise zwischen anmutigen Tänzen und Belcanto!“. © Salzmann, Jakob

Ins „Land, wo die Zitronen blühn“ (Goethe) entführte am Sonntag in der Burg Holtzbrinck in Altena Pianistin Maria Pia Vetro im Rahmen der Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“.

Vor kleinem Zuhörerkreis begeisterte die junge Sizilianerin – ein neues Gesicht bei der Weltklassik – mit ihrem Programm „Italienische Zeitreise zwischen anmutigen Tänzen und Belcanto!“ und farbenreichem Spiel.

Neben italienischen Komponisten wie Muzio Clementi, Ottorino Respighi und Domenico Scarlatti gab sie dabei mit Chopin und Liszt auch Komponisten, die sich für Opernarien des italienischen Belcantos begeisterten und vom „schönen Gesang“ zu eigenen Werken inspirieren ließen, Raum.

Klangschönheit, Dramatik und ausgewogene Tongebung

Dem tänzerischen Teil ihres Programms widmete sie sich anmutig und galant im ersten Teil des Konzertnachmittags. Der typisch italienische Gesangsstil, in dem es auf Klangschönheit, Dramatik und eine ausgewogene Tongebung ankommt, kam im zweiten Konzertabschnitt zu Ehren. Allen Werken, denen sie hingebungsvoll ihre Aufmerksamkeit widmete, schickte die in Catania und Köln ausgebildete Pianistin eine kleine Einführung voraus.

Mit Clementi und Auszügen aus dessen 12 Monferrinas op. 49 – typischen Tänzen aus Piemont – gelang Maria Pia Vetro ein galanter, heiterer Einstieg ins Konzert. Nuanciert und farbenreich machte sie mit dem sanglichen Stil des „Vaters des Klaviers“, der sich einen aufsehenerregenden Wettstreit mit Mozart vor Kaiser Joseph II. lieferte, bekannt. Aus den mehr als 100 Klaviersonaten, die Clementi der Nachwelt hinterließ, wählte sie die Klaviersonate h-Moll op. 40 Nr. 2 mit zwei konträren, mal sanften, mal leidenschaftlich-dramatischen Sätzen aus – und gab einen Vorgeschmack auf die Romantik. Virtuos und ausdrucksstark durchmaß sie das anspruchsvolle Werk.

Traditionelle Tänze in neuem Gewand

Mit Ottorino Respighi erteilte Maria Pia Vetro zudem einem der führenden italienischen Komponisten nach Puccini – Spätromantiker, Impressionist und Liebhaber der alten Musik – das Wort. In Ausschnitten aus den Antiche danze ed arie per liuto P 1145 entdeckte sie ihrem Publikum Respighis „antike“ Ader und – elegant vorgetragen – traditionelle Renaissancetänze in neuem Gewand.

Eine sangliche Sonate von Domenico Scarlatti, der sich vornehmend mit seinen originellen Cembalosonaten einen Namen machte, stellte die vielfach ausgezeichnete Pianistin an den Anfang des zweiten, dem „schönen Gesang“ (bel canto) gewidmeten Teil ihres Programms. In den nachfolgenden Stücken brachte sie die Welt der italienischen Oper – Leidenschaft, Dramatik und große Gefühle – auf das Klavier. In der kunstvollen Gegenüberstellung von Chopin (Des-Dur Nocturne aus: Opus 27) und Respighi (Studio und Notturno aus: Sei pezzi per pianoforte) – graziös und wellenförmig aufgebaut das eine, auf den Impressionismus verweisend das andere – unterstrich sie, wie unterschiedlich die Komponisten Sanglichkeit auslegten.

Liszt-Paraphrase der Höhepunkt des Abends

Zum Höhepunkt des Abends entwickelte sich die Liszt-Paraphrase „Miserere du Trovatore“ über ein ursprünglich von Chor und zwei Liebenden im Angesicht des Todes gesungenes Duett aus Verdis „Troubadour“, das emotional überwältigte. Mit einem Tanz von Respighi als Zugabe kehrte Maria Pia Vetro in heitere Gefilde zurück.

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