Weit und breit der günstigste Gaspreis

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Bei den Stadtwerken Altena gibt’s mehr Gas pro Euro als bei vergleichbaren Unternehmen.

Altena - Gäbe es ein Gaspreis-Ranking der Stadtwerke, dann stünde Altena in NRW auf einem Spitzenplatz. Und im Märkischen Kreis verkauft überhaupt kein anderes Stadtwerk das Gas so günstig wie das in Altena.

Die Preisunterschiede in der Region sind enorm. Ein Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 18 000 Kilowattstunden zahlt nach der für den 1. April angekündigten Preissenkung bei den Stadtwerken Altena noch 1191,33 Euro.

Die Stadtwerke Menden berechnen für diese Menge schon 1274,35 Euro, Lüdenscheid will 1390,12 Euro haben. In Neuenrade und Nachrodt zahlt man an den Grundversorger RWE 1455,85 Euro. Den Vogel schießt Meinerzhagen ab, wo die Stadtwerke für 18 000 Kilowattstunden 1466,75 Euro in Rechnung stellen – fast 300 Euro mehr als in Altena.

Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Bunse sind die Vergleiche mit den Stadtwerken der Nachbarstädte etwas unangenehm. Er verweist darauf, dass sie mit Vorsicht zu genießen sind, weil die Netzkosten von Stadt zu Stadt schwanken. Rund 290 Euro „Netzentgelt“ zahlt der Durchschnittshaushalt in Altena, in Werdohl werden nur 190 Euro fällig und in Meinerzhagen deutlich über 300 Euro.

Warum das Gas bei den Stadtwerken Altena günstiger ist als bei anderen Unternehmen dieser Art? Bunse nennt mehrere Gründe: Zum einen hat sich das Unternehmen schon vor Jahren von an den Ölpreis gebundenen Lieferverträgen verabschiedet und kauft nur noch an der Börse ein. „Wir waren mit die ersten, die das gemacht haben“, berichtet Bunse.

Daraus resultiert eine gewisse Erfahrung, die dazu führt, dass die Stadtwerke oft „besser als der Markt“ einkaufen, wie der Geschäftsführer es formuliert.

Zweiter Punkt: Das Unternehmen lässt sich auf die Finger schauen. In der Vergangenheit wurde vor jeder Preiserhöhung ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer hinzugezogen, der die Kalkulation auf den Prüfstand stellte und stets feststellte, dass das Unternehmen seine Mehrkosten nicht in voller Höhe an den Kunden weitergab – in erster Linie eine vertrauensbildende Maßnahme, mit der das Unternehmen entsprechend offensiv wirbt.

Dritter Punkt: Die Stadtwerke Altena fahren seit geraumer Zeit einen Sparkurs. Die Zahl der Mitarbeiter wurde reduziert, Prozesse optimiert. Im Moment sei man zum Beispiel damit beschäftigt, das Logistikkonzept zu überarbeiten, um weitere Einsparungen zu ermöglichen, sagte der Geschäftsführer am Mittwoch, 18. Februar.

Natürlich können andere es noch billiger: Etwa 170 Euro können Altenaer durch einen Anbieterwechsel sparen – im Vergleich zu anderen Kommunen vergleichsweise wenig. Bunse glaubt, dass die Kunden wissen, was sie an ihren Stadtwerken haben: Seriosität, Service vor Ort, auch Einsatz für das Gemeinwesen – lauter Dinge, die die Wechselbereitschaft dämpfen.

Damit wollen die Stadtwerke bald auch außerhalb Altenas punkten. Bunse bestätigte, dass noch für dieses Jahr geplant sei, Altenaer Gas auch in Nachbarkommunen anzubieten – vor allem wohl dort, wo RWE als Grundanbieter auftritt.

Natürlich sei die Konkurrenzsituation dort schwieriger als am angestammten Altenaer Markt, sagte der Geschäftsführer. Trotzdem hofft er auf den ein oder anderen neuen Kunden.

Das sei auch deshalb wichtig, weil durch Einwohnerrückgang und Energiesparmaßnahmen der Gasverkauf in Altena rückläufig ist. Bunse hofft, das durch das Engagement in anderen Kommunen auffangen zu können.

Quelle für die Preisangaben der verschiedenen Stadtwerke: www.verivox.de

Von Thomas Bender

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