Chorsänger lassen alle Hektik vergessen

Einen seiner letzten Auftritte unter dem Dirigat von Rüdiger Hegenscheidt hatte das Altenaer Blasorchester. Foto: Hornemann

Altena -  Für die Gäste der Lutherkirche existierten am Samstagnachmittag nur die schönen Klänge: Das Weihnachtssingen der Altenaer und Nachrodt-Wiblingwerder Chöre ließ die Welt drumherum für anderthalb Stunden verschwinden. Für Stress und Hektik gab es hier keinen Platz.

Es waren besinnliche und neckische Klänge, die die Herzen der Besucher erfreuten. Anja Sackenheim, Leiterin der Paul-Gerhardt-Kantorei, hatte eine klassische Kantate gewählt: „Wie soll ich dich empfangen“ aus der Feder des Namenspatrons für den Chor bildete den gelungenen Einstieg. Nach dem Auftritt der „Klingenden Runde“ von Elke Hermens mit einer Weihnachtspastorale und dem „Sheperds Run“ war schon das Publikum gefragt: Unter starker instrumentaler Begleitung des Altenaer Blasorchesters wurde gemeinsam „Tochter Zion“ angestimmt.

Die Musiker spielten durch und präsentierten Emil Waldteufels „ Die Schlittschuhläufer“ und „Stop the Cavalry“ von Jona Lewie. Den Bläsern sollte es im Laufe des Konzerts noch gelingen, ihr Publikum zu erschrecken: Nachdem der Frauenchor Evingsen sein Programm ganz sanft und leise hatte ausklingen lassen und das Publikum beseelt in den Bänken verweilte, legte das Ensemble mit einem kräftigen Paukenschlag los und nahm seine Zuhörer auf die „Petersburger Schlittenfahrt“ mit.

Alle sprangen auf und genossen die Überraschung. Den Traum vom Schnee hatten die Evingser Frauen schließlich noch wenige Minuten zuvor besungen: „White Christmas“ ertönte als stimmige Swing-Ballade durchs Kirchenschiff. Chorleiter Eugen Momot sorgte am E-Piano dafür, dass der Wunsch nach weißer Weihnacht Bewegung in den Kirchenbänken hervorrief. Schöne Erinnerungen ans klassische Vorweihnachtsprogramm weckte die Interpretation des berühmten Stücks „Weihnacht, frohe Weihnacht“ aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Auch Alfia Möllmann, die den Auftritt der Sänger vom MGV Evingsen/Liederkranz Nette und des MGV Wiblingwerde arrangiert hatte, hatte eine schöne Auswahl getroffen für das Weihnachtssingen: Die zu einem großen Ensemble gewachsenen Chöre interpretierten unter anderem den Klassiker „Es kommt ein Schiff geladen“. „Herbei o ihr Gläubigen“ ertönte es aus den Kehlen des neuapostolischen Chors unter der Leitung von Jürgen Knuth.

Zwischendurch trat Pfarrer im Ruhestand Gerd Behrendt vor das Publikum und präsentierte ausgewählte Gedichte und Geschichten. Er entließ die Gäste, die sich zahlreich in der Kirche eingefunden hatten, in den Abend und wünschte, dass die schöne Stimmung, die das Konzert den Zuhörern bereitet hatte, noch lange anhalten möge.

Von Ina Hornemann

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