1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Gemeindeschwester und Küsterin laden ein zum nachträglichen Weihnachtsabend

Erstellt:

Von: Michael Koll

Kommentare

Gemeindeschwester Claudia Sauer (hinten) und Küsterin Angelika Kilsch organisierten im Lutherhaus einen Weihnachtsabend in Gesellschaft.
Gemeindeschwester Claudia Sauer (hinten) und Küsterin Angelika Kilsch organisierten im Lutherhaus einen Weihnachtsabend in Gesellschaft. © Koll

Angeregte Plaudereien an den Tischen: Es herrscht reges Leben im Lutherhaus in der Altenaer Innenstadt. Derweil stehen Küsterin Angelika Kilsch und Gemeindeschwester Claudia Sauer in der kleinen Küche, die zum Saal der evangelischen Gemeinde gehört. Die eine portioniert Senf in kleinen Glasschälchen, die andere nimmt die Würstchen aus dem heißen Wasser.

Altena – „2018 haben wir den ersten Weihnachtsabend in Gesellschaft organisiert“, erinnert sich Kilsch. Nachdem die Veranstaltung 2020 der Covid19-Pandemie zum Opfer fallen musste, findet sie an diesem Mittwoch nun zum vierten Mal statt.

Die Idee sei den beiden Frauen gekommen, als sie an die Astrid-Lindgren-Geschichte von „Michel aus Lönneberga“ dachten. Der Lausbub in diesem Kinderbuch organisiert darin ein Weihnachtsessen für die Bewohner eines Altenheims.

„Gedacht war das kleine Fest für Menschen, die allein zwischen den Feiertagen sind“, fügt Sauer hinzu. „Doch willkommen ist jeder“, betont sie. Und so erzählen die Frauen und Männer an den Tischen zum Teil auch von ihren Kindern und Enkeln, die sie in den Tagen zuvor besucht haben.

Gemeindeschwester Claudia Sauer (hinten) und Küsterin Angelika Kilsch organisierten im Lutherhaus einen Weihnachtsabend in Gesellschaft.
Gemeindeschwester Claudia Sauer (hinten) und Küsterin Angelika Kilsch organisierten im Lutherhaus einen Weihnachtsabend in Gesellschaft. © Koll

Etwa ein Drittel der 13 Teilnehmer gehört sogar nicht einmal zur protestantischen Gemeinde. Für sie haben Kilsch und Sauer zwei verschiedene Kartoffelsalate vorbereitet. Die Gemeindeschwester hatte zudem Vanillepudding mit roter Grütze gezaubert, wobei sie gesteht, beim ersten Versuch Zucker und Salz miteinander verwechselt zu haben.

Doch nun schmeckt es allen hier. Die Gespräche drehen sich um gemeinsame Bekannte, um alte Zeiten, als in der Altenaer Innenstadt etwa noch die Tageszeitung weithin hörbar gedruckt wurde, um den Krieg in der Ukraine, um Oldtimer-Fahrzeuge und um vieles mehr.

Als keiner in der Runde mehr Nachschlag möchte und die Teller abgeräumt sind, trägt Sauer ein Gedicht von Herrmann Siegel vor. Es handelt von den „zwölf geweihten Nächten“, die zwischen den Weihnachtstagen und dem Dreikönigsfest liegen.

Im Anschluss daran singen die Männer und Frauen gemeinsam „Oh Tannenbaum“ und abschließend nehmen sie ihre Gespräche wieder auf. Und für viele steht bereits jetzt fest, dass sie auch beim fünften Weihnachtsabend in Gesellschaft im Lutherhaus wieder dabei sein möchten.

Auch interessant

Kommentare