Pfarrei in Altena und Nachrodt

Katholiken sagen Gottesdienste ab

Pfarrkirche St. Matthäus in Altena
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In der Pfarrkirche St. Matthäus in Altena finden Weihnachten keine Gottesdienste statt.

Nun ziehen auch die Katholiken nach: Auch in der Pfarrei St. Matthäus in Altena und Nachrodt finden bis 10. Januar keine Präsenz-Gottesdienste statt. Für Weihnachten gibt es Alternativen.

Altena/Nachrodt – In Altena, Evingsen und Nachrodt wird es zum Weihnachtsfest keine katholischen Gottesdienste in den Kirchen geben. „Schweren Herzens haben wir uns angesichts der weiter ansteigenden Inzidenzwerte, die jetzt schon bei uns im Kreis an der Marke von 200 kratzen, entschlossen, diesen Schritt zu gehen“, sagt Pfarrer Ulrich Schmalenbach.

Der kirchliche Lockdown gilt nicht nur für die Weihnachtstage. „Gemeinsam mit Vertretern von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat habe ich mich am Montag in einer Telefon- und Videokonferenz darauf geeinigt, bis zum 10. Januar 2021 keine Präsenz-Gottesdienstfeiern mehr anzubieten“, so Schmalenbach. „Wir haben es uns mit dieser Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber bei der Risikoabwägung, die der Bischof von Essen ausdrücklich mitträgt, sehen wir uns in der Verantwortung als Christen so handeln zu müssen.“

Heiligabend: Gottesdienst per Youtube

Auf eine heilige Messe müssen die Katholiken aber trotz dieser Entscheidung nicht verzichten. „Ich feiere ohne Beteiligung am Heiligen Abend um 15.30 Uhr das heilige Messopfer. Dieser festliche Weihnachtsgottesdienst wird aufgezeichnet und kann dann ab 17.30 Uhr am gleichen Tag und bis auf Weiteres zu beliebigen Zeiten aus dem Internet heruntergeladen werden“, informiert Schmalenbach. Der Online-Gottesdienst ist auf Youtube zu finden.

Dietmar Flusche vom Kirchenvorstand sieht ebenso wie Marco Schwieren, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, „keine Alternative zu diesem Schritt. Leider“. Schwieren erinnert an Ostern in diesem Jahr, „als wir leider einen ähnlichen Weg gehen mussten. Hätten wir anders entschieden, wäre das nicht verantwortlich gewesen“, meint er. „Die verschärften Vorgaben des Bistums bei Inzidenzen von über 200 hätten wir kaum einhalten können.“

Krippe im Eingang der Kirche Evingsen

Doch Schwieren bietet auch Alternativen mit seinem Team. So werden alle drei katholischen Kirchen täglich von 9 bis 17 Uhr zum stillen Gebet oder zur Einkehr unter Einhaltung der Hygienemöglichkeiten geöffnet sein. In Evingsen wird die Krippe aus dem Chorraum in den Eingangsraum von St. Theresia gestellt, sodass sie dort auch von außen zu betrachten ist.

Zudem weist Pfarrer Schmalenbach darauf hin, dass er an den Weihnachtsfeiertagen auch telefonisch unter 0 23 52/2 32 93 im Pfarrhaus oder per E-Mail an ulrich.schmalenbach@bistum-essen.de erreichbar ist, falls Gemeindemitglieder ein offenes Ohr, einen Gesprächspartner und Seelsorge benötigen.

„Maria und Josef im Koffer“: Fotostrecke zu besonderer Aktion

Auf der Homepage der Pfarrei wird der Pfarrgemeinderat weitere, besondere Weihnachtsangebote einstellen. „Sie richten sich vorrangig an die Zielgruppe der Kinder“, sagt Schwieren. Die Aktion „Maria und Josef im Koffer“ hat beispielsweise so viele Fotos, Bilder und Zeichnungen hervorgebracht, „dass wir dazu eine Fotostrecke auf die Homepage stellen und in kindgerechter Weise die Weihnachtsgeschichte einarbeiten“.

Die Protestanten hatten schon deutlich eher alle Präsenz-Gottesdienste bis zum 10. Januar – einschließlich der Weihnachtsfeiertage – abgesagt, nachdem die Landeskirche eine dementsprechende Empfehlung herausgegeben hatte.

Das Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid hatte zu diesem Zeitpunkt explizit grünes Licht für Gottesdienste in den katholischen Gemeinden vor Ort gegeben. Das Bistum Essen lässt den katholischen Gemeinden auch weiterhin freie Hand bei der Entscheidung. Viele Pfarreien haben sich mittlerweile für Absagen entschieden. Steigende Inzidenzzahlen haben zu einem Umdenken vor Ort geführt.  Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.  

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