Ärger an vielen Talsperren

Weder Müll noch Vandalen: Warum Top-Freizeit-Hotspot im MK so sauber bleibt 

Rund um die Fuelbecke-Talsperre in Altena stehen zahlreiche Mülleimer. Sie werden beinahe täglich kontrolliert.
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Rund um die Talsperre stehen zahlreiche Mülleimer. Sie werden beinahe täglich kontrolliert.

Der Ruhrverband schlägt Alarm: An vielen Talsperren bereiten Müll und Vandalen Probleme. Nicht so an einem mindestens so beliebtem Freizeit-Hotspot im MK. Dort behalten sich die zig Besucher gegenseitig im Blick.

Altena – Der drei Kilometer lange Rundweg um die Fuelbecke zählt zweifellos zu den beliebtesten Spazierwegen der Region. Man trifft dort nicht nur viele Altenaer, sondern auch Lüdenscheider. Und das mit steigender Tendenz: Outdoor boomt wegen Corona auch im Sauerland.

Und das so sehr, dass andernorts schon Alarm geschlagen wird: Der Ruhrverband befürchtet gerade an den bevorstehenden langen Wochenenden im Mai und Anfang Juni einen Run auf seine Talsperren im Sauerland. „Schon in den vergangenen Jahren hat es besonders rund um die verlängerten Feiertagswochenenden viele Vandalismusschäden an Betriebs- und Verkehrssicherungseinrichtungen der Talsperren gegeben“, schreibt er in einer Pressemitteilung.

Fuelbecke: Besucher benehmen sich ordentlich

Besonders schwerwiegend sei das Problem an der Biggetalsperre, wo sich einzelne Plätze zu beliebten Treffpunkten entwickelt hätten. „Dabei kam es wiederholt zu Sachbeschädigungen und Vermüllung; mit der Beseitigung der Schäden waren die Betriebsteams des Ruhrverbands tagelang beschäftigt“, klagt der Ruhrverband.

An der Fuelbecke ist das anders. Deren Besucher können sich in aller Regel benehmen. Das bestätigt neben Stephan Bergelt, dem neuen technischen Leiter der Stadtwerke, auch Uwe Homberger. Der ist Vorsitzender des Angel- und Sportfischervereins Rahmede, dessen Heimatrevier die Fuelbecke ist.

Angler kümmern sich um Fische und Pflege

Dementsprechend oft ist er dort unterwegs. Homberger vermutet, dass die relativ hohe Besucherfrequenz zu einer Art sozialer Kontrolle führt. Er beobachte selten, dass sich jemand nicht an die Regeln halte, sagt er. Die Angler kümmern sich nicht nur um den Fischbesatz, sondern schneiden auch schon mal Gehölze oder nehmen andere Pflegemaßnahmen vor.

Dass die Besucher der Talsperre acht geben, berichtet auch Bergelt. „Die Fußgänger dort sind unsere Außenposten“, meint er. Anrufe wegen der in der Talsperre immer mal wieder auftauchenden, völlig harmlosen Rotalgen hat der Stadtwerke-Mitarbeiter auch schon entgegengenommen.

Spazierweg - reines Entgegenkommen

Gutes Benehmen und soziale Kontrolle sind das eine, gute Pflege das andere. Die Stadtwerke als Eigentümerin der Talsperre haben am Rundweg Dutzende von Abfallbehältern aufgestellt, die regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf geleert werden. Darum kümmert sich ein Talsperrenwärter, der beinahe täglich an der Fuelbecke nach dem Rechten schaut. Sein Auto ist – abgesehen von Einsatzfahrzeugen in Notfällen – das einzige, das den Rundweg befahren darf.

Im Grunde ist es sogar ein Entgegenkommen der Stadtwerke, dass Spaziergänger den Weg überhaupt benutzen dürfen. Er liegt nämlich in der Zone eins des Wasserschutzgebietes der Talsperre. Genau dort fanden Spaziergänger hochgiftigen Müll. Ein ABC-Einsatz sorgte für Aufsehen. Das ist ein Bereich, der im Normalfall eigentlich nicht betreten werden darf. Um so wichtiger sei es, dass sich alle an die Regeln halten, sagt Bergelt und erinnert daran, was erlaubt ist und was nicht.

Die Regeln an der Fuelbecke

Der Rundweg darf nicht verlassen werden. Sowohl für den angrenzenden Wald als auch für die Uferböschungen gilt ein Betretungsverbot. Fahrzeuge (dazu gehören auch Fahrräder) dürfen den Uferweg nicht befahren.

Zum Picknick nutzt man die zahlreich vorhandenen Bänke. Lagern ist nämlich verboten, Zelten auch.

Baden in der Talsperre ist strikt untersagt, auch Boote haben darauf nichts zu suchen. Schon aus Sicherheitsgründen darf die Eisfläche im Winter nicht betreten werden.

Das Füttern von Wasservögeln und Fischen ist ebenfalls verboten.

Unerlaubte Badegäste

Die Stadtwerke haben an dem Rundweg Schilder aufstellen lassen, die auf die Regeln hinweisen. Wenn überhaupt, dann werde gegen das Badeverbot verstoßen. Aber nicht von Menschen, sondern von Hunden, die ebenfalls nicht ins Wasser dürfen, sagt Bergelt. Er appelliert deshalb an alle Halter, ihre Tiere an der Leine oder bei Fuß zu führen und deren Hinterlassenschaften zu beseitigen.

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