Stelle wird ausgeschrieben

Pfarrerin Merle Vokkert verlässt Altena - das ist der plausible Grund dafür

+
Merle Vokkert wechselt zum 11. August in die evangelische Gemeinde in Haltern am See.

Altena – Überraschende Mitteilung am Ende des Gottesdienstes: Merle Vokkert, seit Juni 2009 Pfarrerin in Altena, verkündete ihrer Gemeinde in der Lutherkirche, dass sie die Burgstadt verlassen wird.

Sie wechselt zum 11. August in die evangelische Gemeinde in Haltern am See. „Ich bin gerne in Altena“, versicherte die Pfarrerin. „Das ist wirklich eine tolle Gemeinde“. Die Menschen hier seien ihr im Laufe der Jahre immer mehr ans Herz gewachsen: „Inzwischen traue ich junge Menschen, die ich schon konfirmiert habe“.

Ihr Wechsel habe ausschließlich private Gründe: Ihre Ehemann Dietmar Kehlbreier arbeitet seit vier Jahren als Diakoniepfarrer im Kirchenkreis Recklinghausen, zu dem auch Haltern gehört. Auf Dauer hätten sie und ihr Mann keine Wochenendehe führen wollen, sagte die Pfarrerin. 

Deshalb machte sie sich auf die Suche nach einer neuen Stelle und wurde schließlich in einer Gemeinde fündig, die ihr sehr vertraut ist. Vokkert wuchs in Haltern am See auf, ihr Vater Dr. Heinrich Vokkert war Pfarrer in der Gemeinde, in der sie jetzt gewählt wurde.

Presbyterium entschied sich für 45-Jährige

Ihre Probepredigt hielt sie Ende März, es ging darin – passend zur Passionszeit – um Leid und Leidenschaft, um die Frage, wo Christen Gott in ihrem Leben finden. Eine Woche später entschied sich das Haltener Presbyterium für die 45-Jährige.

Der Wechsel erfolgt zum 1. August. Sie sei so eng in die Ferienspiele am Anfang der Sommerferien eingebunden, dass sie vorher nicht gehen wolle, sagte sie. 

Gemeinde in Haltern deutlich größer

Ihre neue Gemeinde in Haltern ist deutlich größer als die in Altena. Sie hat fast doppelt so viele Gläubige. 2,5 Pfarrstellen stehen zur Verfügung. 

Merle Vokkert informierte vergangene Woche das Presbyterium über ihre Entscheidung. „Wir können ihre Entscheidung nachvollziehen, bedauern sie aber zutiefst“, sagte dessen Mitglied Carsten Menzel. Auch der Kirchenkreis ist informiert – das ist deshalb wichtig, weil es unter Umständen etwas dauern wird, bis eine Nachfolgeregelung gefunden ist.

Gemeinde muss keine Angst haben

„Auf jeden Fall bleibt es bei der vollen Pfarrstelle, sie soll auch wiederbesetzt werden“, berichtete Vokkert. Es gebe auf Ebene des Kirchenkreises Vertretungsregelungen. Dadurch sei gewährleistet, dass die Arbeit auch während einer möglichen Vakanz weitergehen kann – „da muss die Gemeinde keine Angst haben“. 

Die Besetzung der Pfarrstelle sei „hoheitliches Recht der Gemeinde“ und damit einzig und allein Sache des Presbyteriums, erklärte Vokkert. 

Die Stelle werde einerseits ausgeschrieben, andererseits werde man sich aber auch „umschauen und Gespräche führen“, sagte Menzel, dem klar ist, dass die Suche möglicherweise nicht ganz einfach wird – es gibt nicht gerade ein Überangebot an evangelischen Pfarrern und auch unter den Angehörigen dieser Berufsgruppe sind Großstädte beliebter als der ländliche Raum.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare