Warum C/64 verschwunden ist

Die Kanone C/64 im Hof der Burg war für Generationen von Besuchern – insbesondere Kinder – ein Magnet. ▪

ALTENA ▪ Auf einmal war sie verschwunden, die C/64. Wie lange sie schon nicht mehr öffentlich zugänglich ist, war am Freitag wegen der Ferienzeit nicht in Erfahrung zu bringen. Die Pressesprecherin des Kreises konnte aber sagen, dass die preußische Feldkanone aus dem Jahr 1874 sehr wohl noch auf der Wulfsegge zu Hause ist. „Sie befindet sich im Depot.“

Gründe dafür gibt es zunächst einmal zwei: Der viel beschworene Zahn der Zeit hat zwar weniger dem Krupp’schen Gussstahl, aber doch den hölzernen Rädern des Geschützes zugesetzt. „Das war nicht mehr sicher“, so Ursula Erkens. Dazu kommt, dass die Kanone insbesondere bei den jüngeren Besuchern der Burg sehr beliebt war und diese gerne in den Sitzen der ehemaligen Geschützmannschaft Platz genommen haben. Damit müsse man die Kanone gewissermaßen als Spielgerät ansehen – und für Spielgeräte gibt es sehr umfangreiche Auflagen. Fallschutzmatten seien da nur ein Teil des Problems, so Ursula Erkens. „Deshalb haben wir die Kanone erstmal weggeräumt“. Besucher der Burg haben das bedauert, weil tatsächlich „Generationen von Kindern“ auf dem Militär-Relikt Platz genommen haben. Ihre Hosenböden hatten den Stahl an manchen Stellen regelrecht blank poliert.

Ob das historische Geschütz eines Tages wieder zu sehen sein wird, scheint im Moment unklar.

Um die Aufmerksamkeit der jüngeren Besucher bemüht man sich auf der Burg im Übrigen mit zahlreichen museumspädagogischen Angeboten wie „Schatzsuche“, „Vom Knappen zum Ritter“ oder dem neu zusammengestellten Programm „Söckchen und Fläd“. Bei der „Schatzsuche“ können schon Kinder ab vier Jahren mitmachen.

Interessante Perspektiven bieten in diesem Zusammenhang auch die neu entstehenden Multimedia-Guides. Diese „elektronischen Führer“ begleiten Burg-Besucher bei ihrem Rundgang mit gezielten Informationen. In der Ausgabe für Erwachsene sind die E-Guides „fast fertig“, berichtet die Kreis-Sprecherin. Als nächstes werde man dann daran gehen, die Geräte mit einem weiteren Programm zu füttern, das speziell an Kindern orientiert ist. Die Junioren werden dann von der Hexe Lilli und der Fledermaus Fläd virtuell an die Hand genommen und erfahren Spannendes über die Burg und das Inventar.

Der Kinder-Rundgang soll die gleiche Länge haben wie die Erwachsenen-Version, damit Familien gemeinsam unterwegs sein können. ▪ Von Thomas Keim

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