Wehr-Situation: Düsseldorf am Zug

Die Feuerwache an der Bachstraße. - Foto. Bender

Altena - Die Stadt hat viele Baustellen. Eine davon ist die Feuer- und Rettungswache. Was weiß der Rat dazu? Welche Kommunalpolitiker sind in eine mögliche Lösung (bereits) eingebunden? Wer zieht in dieser Angelegenheit eigentlich die Fäden? Wie ist der Stand der Dinge? 

Versuch einer Bestandsaufnahme: Ende des vergangenen Jahres führte der Dezernent für Feuer- und Katastrophenschutz bei der Bezirksregierung Arnsberg, Thorsten Meyer, eine Überprüfung des Feuerwehr-Standortes durch. 

Dazu gehörte auch ein Check der technischen Geräte an der Bachstraße und sämtlicher Gerätehäuser. Das, was Meyer vorfand, schrieb er in einen Prüfbericht nieder, der, so war es zu vernehmen, zahlreiche und eklatante Mängel klar benannte. Einige Knackpunkte: Aufgrund der Gegebenheiten an der Bachstraße, der Verwinkelung des Baus, der zeitaufwendigen Wege, des fehlenden Parkraums auch für Freiwillige, bekam Altena das Gesamturteil: Alles nicht mehr auf dem Stand der Technik. Es müsse dringend etwas passieren, Meyer habe eine sofortige Nachbesserung gefordert.

Verwaltung und Rat kennen die Situation vor Ort. Seit vielen Jahren ist die Wehr ein Thema. Kürzlich wurde deshalb eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Ihr gehörten Mitglieder der Gemeindeprüfungsanstalt, Wehrleute, die Wehrleitung und Verwaltungsmitarbeiter – aber nicht der Bürgermeister oder Ratsmitglieder – an. Diese Gruppe erarbeitete auf Basis des Brandschutzbedarsfplans ein neues Gesamtkonzept für Altena, das umgehend in Arnsberg vorgelegt wurde. 

Die Bezirksregierung habe aber abgewunken, könne das Gewünschte nicht entscheiden, deshalb sei es zum Innenministerium weiter gegeben worden, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. „Auf eine Antwort aus Düsseldorf warten wir.“ Erst dann mache es auch für ihn Sinn, den Rat einzuschalten und das Ganze „natürlich in aller Breite und Ausführlichkeit zu beraten.“ Dass er als Verwaltungschef – wie im Internet behauptet – den Rat übergangen haben soll, weisen deshalb auf Anfrage auch Uwe Scholz (CDU) und Lutz Vormann (SPD) klar zurück. Beide fühlen sich und ihre Fraktionen vom Verwaltungschef jederzeit und umfassend in Sachen Feuerwehr informiert. 

Für CDU-Frontmann Scholz macht eine intensive Ratsbeteiligung erst nach dem Okay des Landesinnenministeriums Sinn. „Alles andere wäre Stochern im Nebel“, sagt er. Lutz Vormann, Fraktionschef der Sozialdemokraten: „Wir sind zunächst einmal froh, dass die Übergangslösung mit der Notarzt-Stationierung an der Bachstraße geklappt hat. Es ist ähnlich wie mit der Polizeistandortfrage: Wir warten jetzt auf grünes Licht vom Land.“ Alexander Grass, Wehrführer, wünscht sich, nach entsprechender Post aus Düsseldorf vom Rat eingeladen zu werden, um seine Sorgen und Nöte allen Politikern vorzutragen.

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