Warten auf den Mörtel:  Sanierung des SGV-Ehrenmals verzögert sich

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Eingerüstet: das Ehrenmal des SGV am Kohlberg. Dort findet jährlich das Totengedenken statt.

Altena – Frische Fugen für die alten Steine gibt es auf dem Kohlberg. Dort wird das SGV-Ehrenmal saniert - wenn denn der Mörtel kommt.

Das SGV-Ehrenmal wird bald kaum wiederzuerkenn sein. Der windschiefe Bauzaun, der den rechteckigen Bau einst umschloss, weil sich hätten Steine lösen können, ist verschwunden. 

Ein solide und neu wirkendes Gerüst ist an seine Stelle getreten. Kleinere Vorarbeiten hat es schon gegeben. „Es wird bald losgehen“, sagt SGV-Geschäftsführer Christian Schmidt, zur anstehenden Sanierung. 

Die Erkenntnis, dass diese notwendig ist, gibt es bereits länger. Schon beim Kohlbergtreffen 2017 hatte der damalige SGV-Vorsitzende und Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein darauf aufmerksam gemacht, dass das Denkmal durch sein Alter mittlerweile stark gebeutelt ist. 

80 Prozent der Fugen kaputt

Es sollte sich herausstellen, „dass 80 Prozent der Fugen kaputt sind“, wie der SGV-Geschäftsführer die Ergebnisse einer Untersuchung zusammenfasst. Die Entscheidung zur Sanierung der Anlage fiel im Mai 2019 bei der Delegiertenversammlung in Hagen. 

In Abstimmung mit der Denkmalbehörde ging der SGV dann daran, Pläne für die Sanierung zu entwickeln. Mitarbeiter der Bauunternehmung Schönherr haben nun bereits die alten Fugen ausgestemmt. „Wir warten jetzt auf einen Spezialmörtel, der eigens für das Vorhaben angesetzt wird“, erklärt Inhaber Frank Bernsau, warum sich derzeit an der Baustelle nichts tut. 

Vesperinsel zum Erholen

Das Material soll am Montag, 27. Juli, geliefert werden. Damit erhält der kubische Bau dann neue Festigkeit, wenn die Steinquader frisch verfugt werden. Die Blöcke werden zudem gereinigt. 

Im Laufe der Sanierungsarbeiten sollen auch die Gedenktafeln für die Gefallenen aus den Reihen des SGV in beiden Weltkriegen neu fixiert werden. Und der SGV will auch die Umgebung der Gedenkstätte aufwerten. 

Geschäftsführer Christian Schmidt berichtet, dass auf der grünen Freifläche vor dem Ehrenmal eine Vesperinsel mit Waldbänken entstehen soll. „Wir wollen so auch eine Erholungsfunktion schaffen.“ 

Viel Eigenleistung

Die Kosten für die Sanierung waren im Jahr 2018 zunächst auf 50 000 Euro geschätzt worden. Dabei ging es auch um die Frage, ob man Zuschüsse bekommt und inwieweit die SGV-Mitglieder – es sind immerhin 35 000 – das Vorhaben durch Spenden unterstützen würden. 

In der aktuellen Kalkulation sind 60 000 Euro veranschlagt. Von dieser Summe kommen rund 31 000 Euro aus dem Heimatfonds des NRW-Bauministeriums. Die Förderungszusage kam im Februar dieses Jahres. 

Der Rest der Gesamtsumme setzt sich aus Spendeneinnahmen und Eigenmitteln des SGV zusammen. „Die Spendenbereitschaft war sehr groß“, sagt Geschäftsführer Christian Schmidt, „auch in weiter entfernt liegenden Abteilungen.“ 

Einweihung: Datum steht fest

Im Herbst dieses Jahres wird es nun eine weitere Einweihung geben – und zwar am 11. Oktober, wenn das alljährliche Totengedenken stattfindet, wird das Ehrenmal wieder seiner Bestimmung übergeben und die neu geschaffene Erholungsfläche davor in Betrieb genommen.

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