Lenneschiene-Projekt

Posse um Wanderwegenetz: SGV übt deutliche Kritik

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Ein interkommunales Wanderwegenetz soll auf der Lenneschiene entstehen. Das Projekt zieht sich hin.

Seit vier Jahren zieht sich das Projekt Wanderwegenetz auf der Lenneschiene. Viele Beteiligte sind sauer, weil es so lange dauert. Der SGV übt deutliche Kritik. Doch nun tut sich was.

Lennetal – Der Weg ist das Ziel. Heißt es. Doch der Weg zu den Wegen zieht sich. Seit mehr als vier Jahren. Das neue interkommunale Wanderwegenetz, das sich durchs ganze Lennetal ziehen soll und als Leader-Projekt der Förder-Region Lenneschiene durch EU-Geld unterstützt wird, lässt auf sich warten. Das sorgt für Unmut bei den SGV-Verantwortlichen und weiteren Beteiligten.

Anfang 2018 wurde ein auswärtiges Planungsbüro mit der zukünftigen Ausrichtung des Wanderwegenetzes im Lennetal beauftragt. Federführend für das Leader-Projekt ist die Stadt Plettenberg, doch dort verzögerten sich die Abstimmungsgespräche mit den Wanderabteilungen – auch durch krankheitsbedingte Ausfälle des Sachbearbeiters, der dann Ende 2020 in Ruhestand ging.

250.000 Euro Förderung für Wegenetz

Wie Katharina Biermann, Regionalmanagerin der Leader-Region Lenneschiene auf Anfrage im Juni dieses Jahres erklärte, hätten sich die Nachfolger erst komplett neu in die Thematik einarbeiten müssen. „Aber der Bewilligungsantrag liegt jetzt seit anderthalb Monaten bei der Bezirksregierung Arnsberg“, erklärte Biermann, die bei der Antragstellung für das Förderprojekt unterstützend zur Seite stand.

Am Donnerstag (5. August) bestätigte Regionalmanagerin Nina Krah, dass sie am Montag (2. August) den Bewilligungsbescheid erhalten habe, der in dieser Woche auf den Postweg nach Plettenberg geschickt werde. Damit steht der Startschuss für das Projekt nach vier Jahren endlich unmittelbar bevor.

Die Fördersumme des Leader-Projekts beträgt rund 250 000 Euro. Mit dem Geld sollen in den beteiligten Kommunen Wanderwege neu gekennzeichnet und markiert werden. Zudem sollen neue Schilder aufgestellt und auch Bänke und Waldsofas an ausgewählten Stellen errichtet werden. Wann genau das sein wird, konnte Biermann noch nicht sagen, „aber in diesem Jahr wird auf jeden Fall was passieren“.

Mehr als eineinhalb Jahre Arbeit

Darauf wartet auch der Heimat- und Verkehrsverein in Nachrodt-Wiblingwerde sehnsüchtig. Acht neue Qualitätswanderwege sollen im Zuge des Wegenetzes in der Doppelgemeinde entstehen. „Die Wege sind ausgewählt, alles wurde mit einem externen Experten durchgeplant. Doch nun geht es leider seit einiger Zeit nicht weiter“, sagte Gerd Nolte, Wanderwegewart des Heimat- und Verkehrsvereins, bereits im Januar dieses Jahres.

Die Verantwortlichen beim SGV sind sauer. Vertreter aller SGV-Abteilungen kamen nun zusammen, um Stellung zu nehmen, warum bisher nicht viel passiert ist. Dietmar Schiefer (SGV Elsetal), Gerd Udo Schütt (SGV Ohle), Karsten Werthmann (SGV Herscheid), Hartmut Michel (SGV-Bezirk Unterlenne) und Bezirkswegewart Michael Krämer aus Altena schrieben einen Brief an die Zeitung und sparen darin nicht mit Kritik: „Federführend für dieses Leader-Projekt ist die Stadt Plettenberg. Leider wurden die Anregungen, Vorschläge und Bedenken der Praktiker aus den SGV-Abteilungen überwiegend unbeachtet gelassen. Somit ist es den Theoretikern nach fast vier Jahren Arbeit bis heute nicht gelungen, das Projekt zum endgültigen Abschluss zu bringen.“

Warten auf Grünes Licht und Geld

Laut Brief sollten die Plettenberger SGV-Abteilungen den größten Teil ihres umfangreichen Wanderwegenetzes mit „neuen, bisher im SGV völlig unbekannten, Wanderzeichen“ versehen. 15 Wegezeichner seien zwar nicht begeistert gewesen, standen aber im Frühjahr 2020 in den Startlöchern, um mit den Arbeiten zu beginnen.

Doch bislang hätten sie mit den Arbeiten nicht beginnen dürfen, „weil Voraussetzung dafür ist, dass der Bewilligungsbescheid über beantragte öffentliche Mittel positiv beschieden wird“. Ihnen geht es wie den Kollegen in Nachrodt-Wiblingwerde.

Wanderkarte: SGV irritiert

Immer wieder sei der aktuelle Stand des Antrages beim zuständigen Sachbearbeiter erfragt worden. „Die Nachfolgerin musste mit Bedauern feststellen, dass der SGV mehr über den aktuellen Stand wusste als die zuständige Behörde“, erklären die SGV-Vertreter. „Die intensive Suche im Rathaus ergab, dass bis Mitte März 2021 noch kein Förderantrag gestellt wurde. Erfreulicherweise konnte die Antragstellung in aller Eile zum letztmöglichen Termin, dem 30. April 2021, noch rechtzeitig erfolgen“, heißt es weiter.

Zu einer neuen Wanderkarte, die im Zuge des Projekts gewünscht wird, schreiben die SGV-Vertreter: „Der Regionalmanagerin der Leader-Region Lenneschiene scheint total entgangen zu sein, dass es diese Karte seit Mitte April in der Auflage von 3 000 Stück unter anderem in Plettenberg (...) gibt.“

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